Pfarrdienst
Gottesdienst gegen Honorar
Gibt es demnächst freiberuflich Pfarrer, die man gegen Honorar für einzelne Dienste buchen kann? Die rheinische Landeskirche erprobt ein neues Modell.
Der Pastor als Honorarkraft mit fester Vergütung für den Gottesdienst: Diese Ergänzung zur klassischen Pfarrtätigkeit ist künftig in der Evangelischen Kirche im Rheinland möglich. Ordinierte Theologen ohne Pfarrstellen sollen nach einem Beschluss der rheinischen Landessynode ihre Dienste auf dieser Grundlage anbieten können.
Das Modell soll fünf Jahre lang erprobt werden, wie das Kirchenparlament nach einer lebhaften Debatte entschied. Details für die »ergänzenden pastoralen Dienste auf Honorarbasis« müssen noch von der Kirchenleitung erarbeitet werden.
Eigene Kompetenzen gegen Entgelt einbringen
»Was in Schule, Erwachsenenbildung und Diakonie möglich ist, muss auch im pastoralen Dienst eingerichtet werden können«, sagte die Superintendentin des Kirchenkreises Wied, Marion Obitz. Der theologische Nachwuchs wolle die Möglichkeit haben, bei fehlender Aussicht auf eine Pfarrstelle auf diese Weise in der Kirche mitzuarbeiten und die eigenen Kompetenzen gegen Entgelt einzubringen, auch wenn die Honorare für den Lebensunterhalt alleine nicht ausreichten.
In der Vorlage werden als mögliche Vergütungen 160 Euro für einen Gottesdienst, 80 Euro für eine Bibelarbeit oder 30 Euro für einen Besuch vorgeschlagen.
Pfarrer auch im Angestelltenverhältnis einsetzbar
Als Ergänzung zum Pfarramt sollen Theologen nach dem Synodenbeschluss künftig auch im Angestelltenverhältnis in kirchlichen Arbeitsfeldern tätig sein können - sei es in Gemeinden, Kirchenkreisen oder kirchlichen Einrichtungen. Ihre Dienstanweisung und Vergütung wird vom Anstellungsträger festgelegt.
Betont wurde in der Debatte, dass es bei angestellten Pastoren oder Honorartätigkeit von Theologen um zusätzliche pastorale Dienste gehe und nicht um die Ersetzung pfarramtlicher Tätigkeiten oder normale Urlaubsvertretungen.
Negative Auswirkungen auf das Pfarrbild?
Kritiker monierten, das Honorarmodell drohe »prekäre Arbeitsverhältnisse« für Theologen zu schaffen. Auch die Abgrenzung zum Ehrenamt sei schwierig. Außerdem könne es negative Auswirkungen auf das Pfarrbild geben. So müsse für eine angemessene Bezahlung definiert werden, wie lange bestimmte Leistungen wie die Vorbereitung eines Gottesdienstes dauern. epd
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Dieser Beitrag wurde am 22.1.2009 um 00.00 Uhr veröffentlicht.
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