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Berlin

An geschichtsträchtigen Orten

Eine beeindruckende Begegnung war einer der Höhepunkte der UK-Leserreise „Auf kirchlichen Spuren in Berlin“.

Das IBB in Dortmund hatte die Fahrt vom 3. bis 7. September organisiert: Am geschichtsträchtigen Ort, in der Potsdamer Garnisonskirche, trafen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den früheren Brandenburger Ministerpräsidenten Manfred Stolpe.

Er erzählte über seine Rolle und die der Kirche bei der friedlichen Revolution 1989. „Noch am Silvesterabend 1988 machte ich einen Trinkspruch darauf, dass eine Wiedervereinigung vielleicht im Jahr 2015 einträte; aber dass sie so schnell käme, konnte ich mir nicht vorstellen“, erzählte Stolpe.

Der spätere Ministerpräsident führte schon zu DDR-Zeiten viele Gespräche mit westdeutschen Politikern. Dass er dann nach der Wende so schnell in die SPD eintrat und Ministerpräsident in Brandenburg wurde, hatte er nach eigenem Bekunden Johannes Rau zu verdanken.

Stolpe, im Elternhaus christlich erzogen, hatte in Jena und Westberlin Jura studiert und stieg zu einem wichtigen Berater der evangelischen Ostkirche gegenüber dem Staat auf. So musste er immer wieder den schwierigen Spagat zwischen Positionen der Kirche und des SEDStaates trainieren.

In vielen Einzelfällen habe er versucht, individuell zu helfen, sich im Ganzen für strukturelle Verbesserungen eingesetzt. „Als ich 1987 ein ,Kirchentag von unten’ gründete, der das Missfallen der SED-Oberen fand“, habe die Kirchenleitung Räume für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt und die DDR-kritische Bewegung erst möglich gemacht.

Einfach war es für den Juristen auch nach der Wende nicht immer. Vorwürfe, er habe für die Stasi gearbeitet, liefen zwar ins Leere. Kritik erntete er aber auch in seiner Zeit als Ministerpräsident für die Einführung des umstrittenen Schulfachs „Lebenskunde, Ethik, Religion“.

Heute im Alter von 73 Jahren, setze er sich für den Dialog ein: „Das wichtigste bleibt bei der deutschen Einigung, dass wir nicht übereinander, sondern miteinander reden.“

Ein weiterer Höhepunkt der Leserreise war die Begegnung mit Staatsminister Hermann Gröhe sowie dem stellvertretenden Ratsbevollmächtigten der EKD gegenüber dem Deutschen Bundestag, Kirchenrat David Gill.

Ein Besuch in einer Kirchengemeinde in Ostberlin, im Bonhoeffer-Haus und die gemeinsame Feier eines Gottesdienstes im Berliner Dom rundeten die Reise ab. IBB

Dieser Beitrag wurde am 1.10.2009 um 10.13 Uhr veröffentlicht.

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