Ökumene
Muss die Hilfe jetzt gestoppt werden?
Ein UK-Leser / eine UK-Leserin hat eine Frage zu ökumenischen Projekten in Rußland: "Hallo, mich interessiert, welche Auswirkungen die offizielle Meinung der Russisch-Orthodoxen Kirche zur Wahl von Frau Käßmann auf die westfälischen Projekte in Rußland /Weißrußland /Ukraine hat. Kann das Miteinander (auch mit Ehrenamtlichen aus Westfalen) vor Ort weitergehen wie bisher oder bekommen die russischen Partner dann Schwierigkeiten mit ihrer Kirchenleitung?"
Liebe Anonyma, lieber Anonymus, die Frage hat bei Ansprechpartnern in Westfalen und auch bei der EKD in Hannover, zunächst Ratlosigkeit hervorgerufen.
Wahrscheinlich haben sich viele noch gar nicht mit der Möglichkeit beschäftigt, die harsche Kritik des "Außenministers" der Russischen Orthodoxen Kirche, Erzbischof Hilarion, könnte irgendwelche Auswirkungen auf die Basisarbeit der beiden Kirchen habe. Hilarion hatte zeitnah nach der Wahl von Margot Käßmann angekündigt, die Kontakte zur EKD auszusetzen. Das orthodoxe Kirchenverständnis erlaube keine Frauen in leitenden geistlichen Ämtern, hieß es.
Inzwischen gibt es wieder moderatere Töne aus dem Osten, so eine Presseverlautbarung der EKD. Die Russisch-Orthodoxe Kirche werde die Kontakte zur EKD nach der Wahl von Bischöfin Margot Käßmann zur obersten Repräsentantin der evangelischen Kirche nicht abbrechen, sagte der stellvertretende Leiter des kirchlichen Außenamts des Moskauer Patriarchats, Philipp Rjabych. Allerdings sei ein Neustart der Beziehungen nötig, ließ er laut der Nachrichtenagentur RIA Novosti verlauten.
Nach Meinung des EKD-Pressesprechers Reinhard Mawick in einem UK-Gespräch gibt es "keinen Anlass" sich über Auswirkungen auf konkrete Projekte Sorgen zu machen.
Für mich heißt das: Mag es in den oberen Etagen auch krachen, unten bleibt alles beim Gewohnten. Mal ehrlich - sind wir das nicht auch von der Ökumene im eigenen Land zur Genüge gewohnt. Also, ich würde mal sagen: Entwarnung, was die Arbeit mit und für die Menschen in Ländern mit orthdoxer Kirchenprägung angeht.
Dieser Beitrag wurde am 6.1.2010 um 16.10 Uhr veröffentlicht.
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