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Wahrhaftigkeit

Mal ganz ehrlich ...

<b>Taufe als Empfang</b> de Heiligen Geistes. Hier in einem Kirchenfenster dargestellt. Foto: Archiv

Taufe als Empfang de Heiligen Geistes. Hier in einem Kirchenfenster dargestellt. Foto: Archiv

Anke Beilharz-Wüster hat folgende Frage an Harald: "Religionswechsel einem Menschen zuliebe. In den Medien war zu lesen, dass Mesut Özils Freundin ihm zuliebe zum Islam übergetreten sei. Dieses gibt es sicherlich auch zum Christentum. Unterstellt, diese Übertritte werden wirklich nur aus Liebe zu einem Menschen getan, was bedeutet dann die Taufe? Wenn ich mich als Erwachsene Person NICHT aus Glauben taufen lasse - ist es trotzdem dasselbe als wenn ich mich aus Glaube taufen lasse?"

Harald meint: Gute Frage. Aber man muss sie gar nicht auf die Taufe zuspitzen. Es geht doch grundsätzlich darum, ob ich etwas aus Überzeugung mache, oder eher halbherzig, der Form, der Tradition wegen. Lassen sich die Konfirmanden aus Überzeugung konfirmieren, oder weil das dazu gehört oder gar wegen des Geldes? Vielleicht ist es ja auch eine Mischung verschiedener Motive? Bin ich Kirchenmitglied, weil ich Glaube und zu dieser Gemeinschaft der Christen gehören möchte oder „es ja nicht schaden kann“? Wie rein sind meine Motive?

Ich denke, hier ist unser Gewissen gefragt. Es geht um Wahrhaftigkeit. Auch die Kirche und ihre Mitarbeiter können Menschen nur bis vor die Stirn schauen. Was ihre wahren Beweggründe sind, ist nicht immer klar. Gott aber kennt sie.

Zurück zur Taufe: Die Maßband lautet eindeutig: "Wer glaubt und getauft wird ..." Wenn sich ein erwachsener Mensch zur Taufe anmeldet, wird es im Vorfeld natürlich keine Glaubensprüfung geben. Sinnvoll ist es aber, eine Einführung (Glaubenskurs etc.) anzubieten, um diesen Menschen in die Grundlagen des Glaubens einzuführen und seine Fragen zu beantworten. Ob dieser Mensch danach glaubt, wie viel er glaubt, ob er dann „richtig“ glaubt, liegt nun nicht in unserer Hand. Dieser einzelne Mensch muss in aller Freiheit entscheiden, ob er es ehrlich meint und wirklich getauft werden will. Er allein weiß, ob es ihm um den Glauben geht, oder lediglich um den Taufnachweis. Allerdings muss er sich zur Frage äußern: Willst du getauft werden? Und zwar mit einem Ja! Da ist es nicht auszuschließen, dass Menschen sich um die Frage herummogeln, wie ernsthaft sie es in ihrem Herzen meinen. Damit verpassen sie aber das große Geschenk, das Gott uns mit der Taufe machen will.

Aber diese Frage müssen sie mit sich und letztlich mit Gott ausmachen. Selbstverständlich wird die Taufe dann auch sehr unterschiedlich erlebt: Als Schritt in den Glauben, als Antwort auf Gottes großes Angebot bei den einen, als (hoffentlich) schöne Feier mit Urkunde ohne Auswirkung bei den anderen.

Es gibt aber auch diese Erfahrung: Ein Mensch kommt durch die zunächst formale Anfrage der Taufe (z.B. weil er Taufpate werden will, aber noch nicht getauft ist) in ein tieferes Fragen. Der äußere Anlass stößt eine innere Tür auf. Er setzt sich intensiv mit dem Glauben auseinander und findet schließlich zu einem Ja zur seiner Taufe. Wie schön! Diese Entdeckung ist allen zu wünschen, die schon von kleinauf einen Taufschein in Händen halten, aber nicht wissen, was das für sie bedeuten kann.

Dieser Beitrag wurde am 26.11.2010 um 11.58 Uhr veröffentlicht.

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Anke Beilharz-Wüster schrieb am 26.11.2010 20:41:

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Sie hilft mir weiter.

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