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Gute Sitten am Grab?

<b>Die Farbe stimmt zwar</b>, aber ist der Rock für die Beerdigung nicht zu kurz? Foto:SyB

Die Farbe stimmt zwar, aber ist der Rock für die Beerdigung nicht zu kurz? Foto:SyB

Leserin U.B. wendet sich mit einer ungewöhnlichen Frage an UK. Ihr fiel bei einer Beerdigung ein Frau von etwa 35 Jahren auf: "Auffallend an ihr war, dass sie trotz schwarzer Kleidung einen äußerst knappen Minirock trug, dazu passend Schuhe, aber keine Strümpfe! Ist das bei einer Beisetzung gestattet. Verstößt das nicht gegen die guten Sitten?"


Harald meint: "Ja, man wundert sich manchmal... Dezente Kleidung für sensible Anlässe wie etwa für eine Beisetzung ist natürlich angebracht. Aber es gibt da keine Vorschriften oder gar Verbote, in welchen Kleidern jemand erscheinen darf oder nicht. Manchmal muss man sagen: leider. Aber darauf haben wir keinen Einfluss.

Wir müssen also mit den Menschen leben und sie so nehmen, wie sie kommen.

Christenmenschen müssen da umdenken, wenn z.B. die Konfirmandinnen und Konfirmanden nicht wie früher im dunklen Anzug bzw. dunklen Kostüm zur Konfirmation schreiten, sondern im neusten Outfit mit grellen Farben und saloppen Turnschuhen. Was von manchen Gemeindemitgliedern als Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Anlass gewertet wird, ist von den Jugendlichen und ihren Familien nicht so gemeint. Sie sind nur nicht mehr in den Traditionen aufgewachsen, wie ich und wahrscheinlich auch Sie sie noch mitbekommen haben. Der Tag soll ein fröhliches Fest werden mit Gottesdienst, Kleidern in denen man sich wohlfühlt und einer fröhlichen Familienfeier. Ich muss da gerade an Jesus denken, der sich ja immer wieder mit den unterschiedlichsten Menschen traf und sich von ihrem Äußeren nicht davon abhalten ließ, sie zu lieben.

Insgesamt steht eine große Unsicherheit dahinter, wie man sich in besonderen "christlichen" Situationen, etwa beim Gottesdienst oder "Amtshandlungen" zu verhalten hat. Manch ein Pfarrer kann ein Lied davon singen, wenn er wieder einmal der einzige war, der beim Choral miteinstimmte, weil alle anderen sich nicht aufgefordert sahen, das Gesangbuch aufzuschlagen.

Manchmal helfen freundliche "Regieanweisungen" oder Einladungen zum Mitmachen. Aber den Mini-Minirock am Grab werden wir wohl auch in Zukunft ertragen müssen. Schon zu oft sind Menschen durch übereifriges Kirchenpersonal und einem Satz wie "Das macht man hier nicht" auf lange Zeit für den Glauben verloren gegangen."

Dieser Beitrag wurde am 22.12.2008 um 12.24 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
gerhard schrieb am 18.12.2010 16:08:

Vor einigen Wochen habe ich in einer Todesanzeige gelesen,
dass Trauernde bitte nicht in Trauerkleidung an der Beerdigung teilnehmen möchten.

Diese Anzeige war und ist ganz in meinem Sinne.

Ob es ein super kurzer Minirock sein muß,sei dahingestellt,
für mich ist es wichtig, dass man Jemandem die letzte Ehre erweißt,in Jeans oder Minirock,egal.

Desgleichen wäre eine Kleiderordnung bei der Konfirmation
fatal für die Kirchengemeinde,da sich die Jugendlichen durch solche Vorschriften noch
schneller von der Kirche abwenden würden.
Ich stelle fest,das gerade leger gekleidete Jugendliche bei uns in der Gemeinde offener sind, in der christlichen Jugendarbeit
mitzuwirken und andere junge Menschen mitzureissen.
Also,Kleiderordnung u.o.vorschrift ade.

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