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Scientology

Eher Sciencefiction als Religion

<b>Deutsche Zentrale</b> der Scientologen in Berlin.     Foto: Archiv

Deutsche Zentrale der Scientologen in Berlin. Foto: Archiv

Eine Online-Nutzerin hat Fragen zu Scientologie: "Kann man Scientologie wirklich als Sekte bezeichnen? Die Ziele sind doch eindeutig politischer und wirtschaftlicher Art.

Religionsähnliche Symbole und Riten dienen doch nur dazu, das Bedürfnis nach Spiritualität zu stillen und die psychische Abhängigkeit zu fördern. An was für eine ,Gottheit' glauben Scientologen?"

Harald meint (mit freundlicher Unterstützung von Weltanschauungsexperte Gerhard Kracht): Völlig richtig, die Ziele von Scientology sind als politische und wirtschaftliche Ziele zu beschreiben. Von daher lässt sich auch der Bezeichnung für eine traditionelle "Sekte" für diese Organisation kaum eindeutig verwenden. Wir sprechen an dieser Stelle besser von einer "Psychogruppe", da sie mit psychologisch wirksamen Elementen arbeitet, die Abhängigkeiten entstehen lassen und fördern.

Die Riten, die in dieser Oragnisation benutzt werden, zum Beispiel Zusammenkünfte, um die Erfolgszahlen zu steigern, Schreiben von regelmäßigen Wissensberichten um die Kunden (innerhalb von Scientology gibt es nur Kunden, keine Mitarbeiter) zu weiteren Werbestrategien zu bewegen. Das Kreuz der Scientology -Organisation hat keinerlei Bezug zum christlichen Glauben und wird benutzt, um Seriösität der Organisation als Kirche zu suggerieren. Der Anspruch, Religion zu sein, den Scientology in vielen, wenn auch nicht in allen Ländern erhebt, ist umstritten.

Den Scientologen geht es nicht um den Glauben an eine Gottheit, so wie wir unseren Glauben z.B. im Glaubensbekenntnis formulieren. Der Begründer der Scientology- Lehre, L.R.Hubbard, der ursprünglich Sciencefiction-Autor war, benutzt okkultistische und magische Formulierungen für seine Lehre. Besondere Reinkakarnationsvorstellungen werden darin mit Vorstellungen von Krankheit und Heilung verknüpft, so dass zum Beispiel gegenwärtige Krankheitsbilder mit Verfehlungen aus ´früheren Leben´ in Verbindung gebracht werden. Im scientologischen System ist der Mensch eigentlich ein "Thetan", ein unsterbliches Geistwesen, das nur von Neurosen, Psychosen, Zwängen und sozialen Störungen gereinigt werden muss.

Dieser Beitrag wurde am 7.4.2010 um 16.59 Uhr veröffentlicht.

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