Gebet
Die Namen Gottes - der eine Gott

Eine Muslima fotografiert den Kölner Dom. Gottgläubigkeit verbindet, über windet aber nicht alle Unterschiede. Foto: Harald Mallas
Frage von Gloria: »Hallo, meine Frage ist beim Beten aufgetaucht. Als ich für meine Schüler betete und zu dem Sohn einer frommen muslimischen Familie kam, geriet ich ins Stocken: Bitte kümmere dich um... ach nee, oder bitte sag Allah, huch nein, das geht auch nicht.
Wie ist das Verhältnis von unserem Gott zu Allah? Was können wir darüber wissen? Als Kind habe ich gelernt, dass es nur den Einen Gott gibt, aber anscheinend sieht man das heute anders? Vielen Dank für diese schöne Rubrik!«
Harald: »Liebe Gloria, zunächst einmal finde ist es gut, dass Sie für Ihre Schüler beten. Die Fürsprache vor Gott können wir alle gebrauchen, Christen und Muslime gleichermaßen.
Bei der Frage nach dem einen Gott und den vielen Göttern, möchte ich Sie ermutigen, an der Vorstellung von dem einen Gott festzuhalten. Wir kommen in große gedankliche Zwickmühlen, wenn wir uns neben dem Dreieinigen Gott (Vater, Sohn, Heiliger Geist), wie wir Christen ihn verehren, noch einen Gott Allah und vielleicht noch andere Gottheiten daneben vorstellen müssen. Ich rechne mit dem einen Schöpfer, der Himmel und Erde erschaffen hat. Deshalb sehe ich auch kein Problem darin, andere Menschen – welcher Religion auch immer – im Gebet vor Gott zu bringen.
Doch in Ihrer Frage kommt auch noch die Unterschiedlichkeit der Gottesnamen zur Sprache. Das ist eine Frage, die Menschen aktuell im Gespräch zwischen Christen und Muslimen bewegt. Sind Gott und Allah identisch? Beide Namen bezeichnen Gott (übrigens nennen auch arabische Christen ihren Gott Allah). Doch die große Frage, die alles so schwierig macht ist: Sind die Bilder von Gott, die sich mit den Namen verbinden identisch? Da müssen wir ehrlicherweise Feststellen: Unsere Vorstellungen von Vater, Sohn und Heiligem Geist decken sich in großen Teilen nicht mit den Vorstellungen, die Muslime über Allah haben. Der Respekt vor der jeweiligen Gottgläubigkeit der anderen ist wichtig. Er kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir Gott sehr verschieden sehen und verehren. Hier gibt es noch eine Menge Gesprächsbedarf zwischen Christen und Muslimen.
Ich empfehle Ihnen zur Vertiefung dieser Frage die Handreichung des Rates der EKD „Klarheit und gute Nachbarschaft. Christen und Muslime in Deutschland“, die Sie bei der EKD bestellen oder aber auf der Internetseite downloaden können (www.ekd.de).«
Dieser Beitrag wurde am 27.11.2007 um 09.57 Uhr veröffentlicht.
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| Gloria schrieb am 02.12.2007 09:39: Vielen Dank für diese Antwort. Sie war sehr hilfreich. |
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