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Böses Wort Exkommunikation

<b>Exkommuniziert: Heinrich IV</b> und sein berühmter Gang nach Canossa, um vom Kirchenbann befreit zu werden. Foto: WIKI

Exkommuniziert: Heinrich IV und sein berühmter Gang nach Canossa, um vom Kirchenbann befreit zu werden. Foto: WIKI

HG hat folgende Frage an Harald: "Exkommunikation Schon unter Paulus gab es die Exkommunikation !!!!
Gerade in der Römisch Katholischen Kirche ist der Ausschluss aus der Kirche also die Exkommunikation eine immer wiederkehrende Angelegenheit.

Meine Frage an Harald ist: Wie läuft eine Exkommunikation ab? Wie ist die übliche Verfahrensweise , bekommt der Abtrünnige eine Exkommunikationsurkunde ? Eine wichtigere Frage ist: Kommt die Kirche mit der Exkommunikation nicht von Gottes Weg ab?"


Harald hat mit Hilfe des Ökumenischen Institus in Paderborn (Johann-Adam-Möhler Institut) folgendes in Erfahrung gebracht: Die Exkommunikation gehört in den Bereich dessen, was im evangelischen Raum als Kirchenzucht bezeichnet wird. Sie ist die strengste Kirchenstrafe, die dementsprechend auch nur für entsprechende schwere Sünden verhängt wird und bedeutet den Ausschluss von den Sakramenten sowie das Verbot, Aufgaben in der Kirche, der Gemeinde oder beim Gottesdienst zu übernehmen.

Sie tritt in der Regel erst dann ein, wenn sie ausdrücklich ausgesprochen wird (dann spricht man von einer Spruchstrafe), es gibt im Kirchenrecht, das die entsprechenden Verfahren genau regelt, jedoch auch einige Fälle, bei denen sie eintritt, wenn der Betreffende die Straftat begeht (Tatstrafe), dann aber natürlich auch entsprechend festgestellt werden muss.

Wie die Kirchenzucht insgesamt ist auch die Exkommunikation sozusagen das letzte und äußerste Mittel, um einen Menschen, der schuldig geworden ist, der in schwerer Weise gegen das Evangelium handelt und sich
weigert, das anzuerkennen, sozusagen zur Besinnung zu bringen, damit er seine Schuld erkennt und umkehrt zu Gott. Dahinter stehen die Weisungen des Paulus etwa in 1 Kor 5,1-5, die ja deutlich darauf zielen, dass der
Ausgeschlossene seine Schuld erkennt und so wieder zu Gott und damit zum Heil findet.

Wenn ich das also richtig verstanden habe HG, ist die Exkommunikation kein Rausschmiss, sondern ein Ausschluss, eine Ausgrenzung, um ein Kirchenmitglied zur Abkehr von seinem verkehrten Weg zu bewegen. Die Rückkehr in die Gemeinschaft der Kirche ist also durchaus möglich.

Natürlich können wir niemand von der Liebe Gottes ausschließen. Diese gilt, für alle, uneingeschränkt. Aber die Vorstellung, dass in einer Gemeinschaft von Christinnen und Christen, jeder und jede alles machen, leben, unterlassen kann was sie/ er will, ist nun einmal schwer vorstellbar. Als Beispiel sei hier nur der Fall des Holocaust-Leugners Bischof Williamson, erwähnt. Die Frage bleibt: Wie macht man Menschen deutlich, dass sie gegen das Evangelium handeln? Und haben wir das Recht, sie dann aus der Gemeinschaft der Glaubenden auszugrenzen? Zum Glück, fahren wir da in der evangelischen Kirche einen anderen Kurs, der in seiner fast grenzenlosen Offenheit, abe manchmal auch schmerzlich sein kann.

Dieser Beitrag wurde am 23.4.2010 um 10.56 Uhr veröffentlicht.

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