Gottesbilder
Bilder von Gott - Spuren im Leben

Gottesbilder - werden biografisch-seelisch geprägt. Sind sie hilfreich oder beängstigend? Foto: Wikipedia
Ist Gott ein Vater der straft - eine Mutter die verwöhnt? Des öfteren hört man davon, dass die eigenen Gottesbilder starken Einfluss auf die persönliche Biografie haben. Was ist dran an dieser Behauptung?
Antwort: Gottesbilder entsprechen in der Regel zunächst den biografischen und seelisch geprägten Beziehungserfahrungen. Das, was ich früher mit Autoritäten und Vorbildern erlebt habe - mit Vater und Mutter, vielleicht auch älteren Geschwistern oder Lehrern, übertrage ich auf Gott. Kein Wunder, dass es deshalb für viele Menschen schwierig ist, mit dem so ganz anderen Wesen Gottes, seiner unbegreiflichen Liebe, umzugehen und sich auf sie einzulassen!
Gottes Wesen übersteigt den menschlichen Erfahrungshorizont und das Vorstellungsvermögen. Aus Unsicherheit gehen viele Menschen mit ihren biografischen Vorerfahrungen auf Gott zu und stehen deshalb in Gefahr, ein verzerrtes Bild von Gott zu erhalten.
Die Bibel stellt Gott sehr gegensätzlich vor - sowohl als Richter wie auch als Retter. Das alttestamentliche Gottesbild wird durch das des Neuen Testaments erweitert und ergänzt. Beide Aspekte Gottes sind zutreffend, sie gehören unbedingt zusammen. Durch Absolutsetzung eines Aspekts jedoch entstehen einseitige, verzerrte Gottesbilder.
Welche Grundhaltung haben wir gegenüber Gott - Angst oder Liebe? Bei Gott kommt es darauf an, keine Angst vor der Liebe zu haben! Nicht Angst oder Liebe - keine Angst vor der Liebe! Es geht um eine tiefe Liebesbeziehung anstelle pingeliger Leistungsfrömmigkeit. Mit guten Taten kann Gottes Anspruch sowieso nicht erfüllt werden. Die Liebe sucht Nähe und freut sich an der Gegenwart Gottes.
Gott aus Dankbarkeit zu lieben, dieses religiöse Grundmotiv entdecken viele Menschen erst später in ihrem Leben. In der aktiven Auseinandersetzugn mit dem Wort Gottes können aber ganz neue Sichtweisen gewonnen werden. Sehr häufig verändert sich das Verhältnis zu Gott von einem dogmatischen, gesetzlichen Glauben hin zu einer ganz persönlichen Liebesbeziehung. Seelische Gottesbilder können als Wunschvorstellungen enttarnt werden, sie müssen als Illusion aufgegeben werden und der Wahrheit Gottes weichen.
Dieser Beitrag wurde am 22.2.2008 um 15.01 Uhr veröffentlicht.
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