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Patenamt

Amtsenthebung für Paten?

<b>Schöne Erinnerungen</b> an die Taufe. Aber hält der Taufpate auch, was er verspricht? Foto: Wiki

Schöne Erinnerungen an die Taufe. Aber hält der Taufpate auch, was er verspricht? Foto: Wiki

Frage: Kann man einen Taufpaten auch wieder aus seinem Amt "feuern"? Ein Pate unseres Kindes hat uns menschlich so tief enttäuscht, dass wir ihn unmöglich weiter als Paten für unser Kind akzeptieren können. Was können wir tun? Am liebsten würden wir seinen Namen aus dem Familienbuch streichen lassen...

Harald meint: So traurig die Sache ist - menschliche Enttäuschungen können unsere Seele so richtig tief verletzen - den Paten wieder loswerden, geht auf rechtlichem Wege nicht. Obwohl ich die Einzelheiten nicht kenne, kann ich doch nachvollziehen, dass Sie diesem Menschen nicht mehr Ihr Kind anvertrauen wollen.

Doch bedenken Sie: Die Eintragung der Paten in das Familienbuch ist kein Qualitätsnachweis für Paten, sondern bescheinigt, dass ein Mensch als Taufpate bei der Feier dabei war und vor Gott und der Gemeinde versprochen hat, das Amt zu übernehmen. So stehen die Namen weiter auf der Taufbescheinigung, auch wenn der Pate/die Patin die anvertraute Aufgabe mehr schlecht als recht oder gar nicht ausfüllen. Nicht selten liegt es daran, dass Eltern und Paten im Vorfeld nicht über die gegenseitigen Vorstellungen und Erwartungen an das Patesein gesprochen haben. Plötzlich stellt sich heraus: Jeder hatte etwas Anderes gemeint.

Also Paten "feuern" geht nicht. Eher ist es angebracht, das Amt ruhen zu lassen, dies aber dem Paten auch zu erklären. Natürlich ist es möglich einen "Ersatzpaten" auszuwählen (auch ohne Eintrag ins Familienbuch), der sich auf sein Patenkind einlassen kann, eine Beziehung zu ihm aufbaut und auch als Gesprächspartner der Eltern da ist.

Ich finde die "ruhende" Patenschaft ist eine Hilfe. Vielleicht kommt es ja doch wieder zu einer Versöhnung mit dem Erstpaten, vielleicht ist mit ihm ein klärendes oder gar versöhnendes Gespräch in Zukunft möglich. Das Tischtuch ist noch nicht zerschnitten. So etwas geschieht - Gott sei Dank - immer wieder.

Dieser Beitrag wurde am 15.4.2009 um 15.10 Uhr veröffentlicht.

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