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Joachim Fuchsberger

Altwerden ist nichts für Feiglinge

Wie man in Würde und mit einem Augenzwinkern alt werden kann – darüber hat der bekannte Schauspieler Joachim Fuchsberger ein lesenswertes, heiter-ironisches Buch geschrieben.

Er schildert, wie es sich anfühlt, in einer jugendlichen Gesellschaft alt zu sein. „Ach ja, früher, zwei Stufen auf einmal, manchmal sogar drei, kam darauf an wohin. Bei einer normalen Haustreppe mit sagen wir fünfzehn Stufen betrug der Zeitaufwand, um von einem Stockwerk in das nächst höhere zu gelangen, ein paar Sekunden. Im Shop bestellen

Heute, fünf Stufen, langsam nacheinander, dann zehn Sekunden Pause, dann wieder fünf Stufen, bei ständigem Wechsel des Kraftaufwandes von den Beinen in die Arme, die den schwer gewordenen Körper am Handlauf des Treppengeländers hochziehen. Ganz egal wohin!

Dieser Vorgang kann inzwischen bis zu einer Minute in Anspruch nehmen. An schlechten Tagen brauchst du also für den Aufstieg in die obere Etage deines Hauses ungefähr zehnmal so lang.

Damit wäre ein wesentlicher Teil des Problems „Altwerden“ beschrieben. Es ist das Verhältnis von Kraft und Zeit….

Was mich berechtigt, ein Buch über das Altwerden zu schreiben? Ganz einfach – ich bin alt.“

Nachdenklich, aber nie weinerlich, plaudert der große Entertainer des deutschen Fernsehens über ein Problem, das die meisten von uns lieber ausblenden: Nicht das Älterwerden ist sein Thema, sondern das Altsein, das angemessene Umgehen mit den Wehwehchen und Gebrechen der letzten Lebensphase.

Gleichzeitig ist es ein Rückblick auf sein reich erfülltes Leben, in dem er viele große Erfolge haben durfte, aber auch einige hohe Hürden überwinden musste.

Eine lange, großartige Karriere als Schauspieler hat „Blacky“ Fuchsberger hinter sich. Vielen sind vor allem seine Edgar-Wallace-Filme in Erinnerung. Aber er hat auch Schweres erleben müssen: Den Krieg, Hungerjahre, finanzielle Probleme. Fuchsberger erzählt, wie sehr ihm seine Frau – seine „Regierung“ – über die Finanzprobleme hinweggeholfen hat.

Besonders schwer war für beide der Tod ihres Sohnes.

Alles in allem blickt Fuchsberger zufrieden auf sein Leben zurück, in dem er viele prominente Menschen kennen lernen durfte. Aber er beschreibt auch das Gefühl vieler älterer Menschen, die sich manchmal überflüssig vorkommen und denen es weh tut, von den Jüngeren als „Finanzrisiko“ behandelt zu werden.

„Ich denke, es ist Zeit, dass sich die Alten die faltige Haut nicht länger über die Ohren ziehen lassen“, sagt „Blacky“. Er plädiert dafür, dass Junge und Alte mehr Zeit merh Zeit miteinander verbringen und sich gegenseitig unterstützen sollten, statt einen Generationenkrieg anzuzetteln.

Ein lesenswertes Buch – auch für Jüngere!

Joachim Fuchsberger: Altwerden ist nichts für Feiglinge. Gütersloher Verlagshaus. 19, 99 Euro. Zu Beziehen über den Buchhandel oder über vertrieb@luther-verlag.de rie.

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Dieser Beitrag wurde am 26.6.2011 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
pastoerchen schrieb am 30.06.2011 14:31:

"Altwerden ist nichts für Feiglinge" - das mag ja stimmen. Ich mag den Blacky auch einigermaßen. Nur habe ich nur wiederholt mitbekommen müssen, wie sich der alt gewordene Schauspieler in TV-Sendungen sehr strikt gegen den christlichen Glauben ausgesprochen hat und alles "Leben nach dem Tod" soz. letztlich als Unsinn abgelehnt und geradezu süffisant lächerlich gemacht hat. Das hat mir nicht gefallen.
Das die Buchbesprechung seines Buches jetzt sogar den Leitartikel auf der Titelseite von UK 27 ausmacht, erstaunt mich schon...

pastoerchen schrieb am 30.06.2011 14:32:

Dass die Buchbesprechung... (natürlich...)

Ruckzuck schrieb am 01.07.2011 11:46:

Naja, wie heißt es in der Bibel: Prüfet alles, das Gute behaltet. Zu den Sprüchen, die ich zu meinen persönlichen Lebensweisheiten gemacht habe, zählen sogar Erkenntnisse von Marx, Nietzsche, Mao - und das, obwohl ich nun wirklich kein Freund der allgemeinen Ausrichtung dieser Herren bin. Warum nicht also auch von Blacky Erkenntnisse erwähnen, wenn sie es wert sind?
(Kennt Ihr ihn noch als Inspektor aus den Edgar Wallace Schinken?)

pastoerchen schrieb am 01.07.2011 14:58:

Erwähnen - gerne. Aber ihn quasi zur Titelfigur machen im UK-Leitartikel und das als Buch der Woche herausstellen... Das hat mich verwundert.
Bei Marx, Nietzsche, Mao (so widersinng das klingt) und bei anderen hätte ich viel weniger Berührungsängste als bei diesem leicht ideologisierbaren Thema "Alt werden".
Helmut Schmidt ist da ähnlich drauf wie Blacky Fuchsberger: Schmidt gibt je älter er wird, desto mehr damit an, dass er das Beten nicht brauche. Das ist da so eine Art von grimmigem todesverachtenden "Altersatheismus".
Eine ähnliche Parallele war - wenn auch auf etwas anderem Gebiet - damals Inge Meysel, die oft öffentlich für die Zyankalikapsel Reklame machte, die sei genug für einen guten Tod.

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