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Kritiker-Preis für CD-Aufnahme

Wie vor 400 Jahren in Amsterdam

<b>Professor Harald Vogel</b> (2. v. links) mit Orgelschülerin Sachiko Kawakatsu aus Japan (links), am Spieltisch Rhonda Edgington aus den USA. Im Hintergrund Pfarrer Matthias Altevogt, Heinrich Klinzing und Werner Dabringhaus. Foto: Uwe Rottkamp

Professor Harald Vogel (2. v. links) mit Orgelschülerin Sachiko Kawakatsu aus Japan (links), am Spieltisch Rhonda Edgington aus den USA. Im Hintergrund Pfarrer Matthias Altevogt, Heinrich Klinzing und Werner Dabringhaus. Foto: Uwe Rottkamp

Eine CD-Einspielung von Orgelwerken von Jan Pieterszoon Sweelinck auf der Lemgoer Schwalbennestorgel ist mit dem „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ ausgezeichnet worden.

Musikproduzent Werner Dabringhaus war sichtlich zufrieden: Nach der mit dem „Echo-classic“ ausgezeichneten Aufnahme der Fischer-Suite mit der ­„Haendels Company“ und dem Kammerchor der Marienkantorei kam mit der ersten Edition von Sweelinck-Werken jetzt eine weitere CD zu hohen Ehren. Eingespielt hat sie auf der „neuen alten“ Schwalbennestorgel in der St. Marien-Kirche Harald Vogel.

„Hier erzeugen ein sachkundiger Interpret, ein epochales Instrument und die hierzu passende Musik einen wunderbaren Dreiklang“, stellt die Jury in der Begründung fest.

Vogel, Professor an der Hochschule für Künste Bremen, gilt als führende Autorität auf dem Gebiet der norddeutschen Orgelmusik. Er unterstrich bei der CD-Vorstellung in Lemgo die herausragende Stellung der frisch renovierten Renaissance-Orgel: „Es ist hoch anzuerkennen, dass die Gemeinde den Mut gehabt hat, diese Orgel noch einmal in einen sehr ursprünglichen Zustand zu versetzen.“

Diese Lemgoer Orgel sei eines von sehr wenigen Instrumenten, auf denen die Musik Sweelincks und anderer Meister der norddeutschen und niederländischen Tradition seiner Zeit so original wie früher klinge.

Vogel war zum Wochenbeginn mit den Teilnehmern der 40. Norddeutschen Orgelakademie von Bremen nach Lemgo gereist, wo die Studenten ihr Wissen über die Orgeltradition der Sweelinck-Zeit spielend und hörend anwenden konnten.

Vogel prophezeite künftig ein steigendes Interesse vieler angehenden Orgelkünstler an dem Lemgoer Instrument: „Es ist ein absolutes Kultur-Highlight in diesem Teil Deutschlands.“

Die CD, die ab sofort im Handel, aber natürlich auch im Gemeindebüro St. Marien erworben werden kann, ist erneut in der „SACD“-Technik aufgenommen worden. Wie Dabringhaus erläuterte, handelt es sich dabei quasi im zwei verschmolzene CD-Pressungen: Einerseits kann sie mit einem normalen CD-Spieler abgespielt werden.

Spezielle SACD-Abspielgeräte können aber auf die zweite Schicht „durchdringen“, die die Aufnahmen in höherer Auflösung und zugleich in einer speziellen Sechs-Kanal-Technik enthält, die ein dreidimensionales Hören ermögliche.

So sei der Tonursprung nicht nur wie beim Stereo-Effekt links-rechts zu orten, sondern auch räumlich und in der Höhe.

Als „Zugabe“ enthält die CD neben den Sweelinck-Aufnahmen eine akustische „Orgelführung“, bei der HaraldVogel die verschiedenen Register und Klangfarben erläutert und mit Beispielen hörbar macht. rot

Dieser Beitrag wurde am 23.8.2011 um 08.53 Uhr veröffentlicht.

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