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Dichterstimmen aus Westfalen

Von Annette bis Rühmkorf

Westfalen ist reich an dichterischen Begabungen. Dies belegt eine neue Lyrik-Sammlung, die der Literaturkenner und langjährige Chefredakteur der westfälischen Tageszeitung „Die Glocke“, Ulrich Gehre, im Warendorfer Verlag Schnell herausgebracht hat.

„Westfalens Dichterstimmen“ enthält Gedichte von 50 Autoren, die entweder in Westfalen geboren sind oder prägende Phasen ihres Lebens hierzulande verbracht haben.
Die liebevoll gestaltete Sammlung beginnt mit einigen sehr bekannten Gedichten: „Der Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff, dem „Nachtgebet“ von Luise Hensel, die 20 Jahre in Wiedenbrück lebte, und dem Schäfchen-Lied von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der Bibliothekar auf Schloss Corvey war. Aber auch Gedichte des in Detmold geborenen Ferdinand Freiligrath, von Gottfried Disselhof, den es aus seiner Heimatstadt Soest in die Ferne zog („Nun ade, du mein lieb Heimatland“) bis hin zu geistlicher Lyrik von Gottfried Hasenkamp. Er lebte in den letzten Jahren seines Lebens in Münster.

Besonders bemerkenswert ist, dass auch die aus Brachthausen im Sauerland stammende Ulla Hahn vertreten ist; ebenso Peter Rühmkorf, den der Herausgeber in die Sammlung aufgenommen hat, weil er sich nach seiner Auszeichnung mit dem Droste-Hülshoff-Preis als „geborener Wahl-Westfale“ bezeichnet hat.

Das Buch spiegelt das bunte Spektrum westfälischer Dichtkunst aus den vergangenen beiden Jahrhunderten zwischen biedermeierlicher Idylle, konfessioneller Dichtung, Arbeiterdichtung und dem Elan des Aufbruchs in das 21. Jahrhundert wider. Auf diese Weise ist ein gefälliges Lesebuch entstanden, das Literaturfreunden Bekanntes wieder nahe bringen, aber auch zu unbekannten oder verschütteten Quellen führen will.

Autor: Wolfgang Riewe rie

Dieser Beitrag wurde am 17.3.2009 um 20.49 Uhr veröffentlicht.

Infos

Westfalens Dichterstimmen. Von Annette bis Rühmkorf. Ein Lesebuch von Ulrich Gehre. Verlag Schnell, Warendorf, 160 Seiten, 17,80 Euro.

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