Helmuth James von Moltke
Im Land der Gottlosen

„Im Land der Gottlosen“ – so ist das Buch überschrieben, in dem Tagebuchaufzeichnungen und persönliche Briefe von Helmuth James von Moltke nachzulesen sind.
Herausgegeber Günter Brakelmann hatte die Briefe und Tagebücher aus dem Konzentrationslager Ravensbrück bereits für seine große Moltke-Biografie erstmals auswerten können. Nun gab Freya von Moltke, die Witwe des Widerstandskämpfers, auch diese stärker persönlichen Texte zur Veröffentlichung frei.
Die bisher unveröffentlichten Briefe zeigen weniger den Mann des politischen Widerstands als vielmehr den Menschen Moltke. Sie führen – zusammen mit den Tagebuchaufzeichnungen – eindrücklich vor Augen, wie Moltke trotz zunehmender Drangsalierung durch die SS-Verhöre und den zermürbenden KZ-Alltag sich und andere nicht aufgegeben hat, sondern bis zum Schluss zumindest geistigen Widerstand leistete.
Um die Leserinnen und Leser mit dem Leben des Juristen und schlesischen Gutsherrn vertraut zu machen, hat Brakelmann dem Buch einen biografischen Überblick vorangestellt.
Der informative Text ruft die prägenden Erfahrungen der Kindheit und Jugend in Erinnerung und fasst zusammen, wie Moltke nach seiner Verhaftung im Januar 1944 an seinem „inneren Menschen“ arbeitete, um als Person überleben zu können. Im Konzentrationslager Ravensbrück machte er – so Brakelmann – „seine Zelle zu einer Studierstube und zu einer kleinen Kapelle“. mk
Dieser Beitrag wurde am 29.4.2009 um 11.14 Uhr veröffentlicht.
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