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Berühmteste Reliquie

Grabtuch kein Beweis fürAuferstehung

<b>Das Grabtuch von Turin</b> fasziniert Christen weltweit. Links die Fotografie des Kopfbereichs, rechts das überraschend deutlichere Negativ. Foto: Wikipedia

Das Grabtuch von Turin fasziniert Christen weltweit. Links die Fotografie des Kopfbereichs, rechts das überraschend deutlichere Negativ. Foto: Wikipedia

Das seit Samstag öffentlich ausgestellte Turiner Grabtuch ist nach Ansicht des Theologieprofessors Bernd Kollmann kein historischer Beweis für eine Auferstehung Jesu nach seinem Tod am Kreuz.

Die Reliquie bringe jedoch auch kirchenkritische Menschen dazu, sich mit Jesus zu beschäftigen, sagte der Siegener evangelische Theologe und Buchautor dem epd. Das »Grabtuch Christi«, das erstmals nach zehn Jahren im Turiner Dom zu sehen ist, gilt als eine der kostbarsten und zugleich umstrittensten Reliquien des Christentums.

Erwartet werden mehrere Millionen Besucher.

»Das Grabtuch beweist weder den Osterglauben, noch widerlegt es ihn«, fügte Kollmann hinzu. Ebenso wenig belege es die gegenteilige Theorie, dass Jesus lebend vom Kreuz genommen worden sei und nach der Kreuzigung weitergelebt habe.

Die Faszination des Grabtuches liege darin, dass es zu den ganz wenigen Relikten gehöre, die mit Jesus in Berührung gekommen sein könnten, so der Autor des aktuellen Buches »Das Grabtuch von Turin: Ein Porträt Jesu?«.

»Wenn das Grabtuch echt wäre, wäre das Jesus-Porträt so etwas wie ein Passfoto Jesu«, sagte der Theologieprofessor.

Von dieser Möglichkeit seien auch Nichtchristen fasziniert. Zwar sei das Grabtuch der am besten und intensivsten erforschte Gegenstand der gesamten Menschheitsgeschichte, dennoch lasse sich die Frage nach der Echtheit nicht abschließend beantworten, so Kollmann.

Er plädiert für eine erneute Radiokarbon-Untersuchung. Bei den Tests aus dem Jahr 1988, nach denen der Leinenstoff auf das 14. Jahrhundert datiert wurde, seien lediglich aus einer einzigen Stelle des Tuches Proben entnommen worden.

Das 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Turiner Grabtuch zeigt die Züge eines menschlichen Körpers in Vorder- und Rückenansicht.

An den Körperstellen, an denen der Überlieferung zufolge Christus ans Kreuz genagelt war, weist der Stoff blutartige Flecken auf. Einige Wissenschaftler datieren das Tuch nach Materialuntersuchungen auf einen Zeitraum zwischen 1260 und 1390. Andere Forscher halten es für das Leichentuch des historischen Jesus von Nazareth. epd

Dieser Beitrag wurde am 15.4.2010 um 07.19 Uhr veröffentlicht.

Buchhinweis

Bernd Kollmann: »Das Grabtuch von Turin: Ein Porträt Jesu? - Mythen und Fakten«, Verlag Herder, Freiburg 2010, 96 Seiten, ISBN-10: 345106216X

Kommentare lesen
HG schrieb am 21.04.2010 21:07:


Das Grabtuch von Turin trägt eine spannende,faszinierende Geschichte mit sich.
Es ist natürlich Klar das Wissenschaftler sich darum Bemühen es Tiefsinnig zu erforschen. Besonders die Jesus Christus lag auf diesen Tuch Theorie zu zerstören. So ist der Mensch nun einmal gebastelt.
Es kommt mir Persönlich nicht darauf an dies zu Wiederlegen. Ich finde trotzdem den
Gedanken schön das dieses Tuch halt Jesus Christus umhüllt haben könnte. Diese Phantasie kann mir kein Wissenschaftler,Theoretiker zerstören---und genau darauf kommt es mir an.

Tico schrieb am 26.04.2010 14:32:

Ja, der Mensch ist und bleibt anfällig für Legenden und Geheimbundtheorien. Grabtuch hier, irgendwelche Nägel vom Kreuz da, dazu Fingernägel oder auch größere Körperteile von Märtyrern und andere geschmacklose "Reliquien": Ich habe noch nie verstanden, wie man etwas als hochheilig preisen kann, was ansonsten als Leichenfledderei gilt.

Sicher ist die Vorstellung nett, ein Passbild von Jesus zu haben. Es ist auch schön, an einen Weihnachtsmann zu glauben.

Aber das hier ist doch mal wieder hokuspokus. Ich wundere mich immer wieder, was für eine begrenzte, kleine Vorstellung manche Menschen von Gott haben. Glaubt ihr denn, er hätte bei der Auferstehung dieses Tuch versehentlich "vergessen", und ihr könntet ihm so auf die Schliche kommen?

Wenn Jesus gewollt hätte, daß wir ein Foto von ihm haben, dann hätte er uns eins gegeben. Sicher auch gleich als Hologramm. Auf Blueray oder über einer flackernden Kerze in Jerusalem.

Matthäus53 schrieb am 04.07.2010 16:53:

Während in Turin das Gabtuch angehimmelt wird , kann im Dom zu Tier, in der schönen Moselstadt, der " heilige" Rock Christi, seit 1196 bewundert werden. Obwohl der Reformator Calvin schon Einwände gegen die Releqienverehrung erhob und seitens des Trierer Bischofs 1996 schon festgestellt wurde, das der ""heilige Rock " nur eine Tuchreliqie zweiter Ordnung ist ( Nachbildungen von Gegenständen und Kleidern Jesu) wird der "Heilige Rock noch regelmäßig tausenden Christen wallfahrts ähnlich repräsentiert ! Es ist immer wieder interessant, daß solche Reliquien das Interesse der Menschenmassen auf sich ziehen obwohl die Wissenschaft schon viel weiter ist . Bei solchen christlichen Kultgegenständen besteht aber immer die Gefahr, dass nicht mehr zu unterscheiden ist, ob die Leute an das Tuch oder an den Herrn Jesus Christus glauben ? Um diesen Kulttourismus vorzubeugen, gab Jesus dem Apostel Thomas schon vor 2000 Jahren eine Ermahnung mit auf den Weg,die bis heute Gültigkeit hat und nachzulesen ist im Joh. Evangelium 20, 24 - 29.

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