Schülerplakate
Ausstellung über »Komasaufen«
Eine Ausstellung mit Plakaten von Schülern zum Thema »Komasaufen« wird ab 16. Juni im Foyer des Rathauses Iserlohn gezeigt.
Bis zum 25. Juni sind mehr als fünfzig Plakatentwürfe von Schülern des Berufskollegs Märkischer Kreis zu sehen. Ein bereits zuvor prämiertes »Siegerplakat« soll künftig im Iserlohner Stadtbild in einer Kampagne gegen Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden. An dem Wettbewerb beteiligten sich den Angaben nach insgesamt 58 Schülerinnen und Schüler. Gezeigt würden zudem Plakatentwürfe von Schülern aus der russischen Partnerstadt Nowotscherkassk.
Exzessives Trinken
Hintergrund der Ausstellung sei die Zunahme des exzessiven Trinkens bei Jugendlichen bis hin zur Bewusstlosigkeit, erklärte die Stadt. Besonders erschreckend sei, dass das Durchschnittsalter der Betroffenen stetig sinke.
In einer Aktion im vergangenen Jahr seien zusammen mit Schülern eine Aufkleberaktion »Kein Alkohol unter 16« ins Leben gerufen worden. Bislang hätten sich mehr als 100 Gewerbetreibende an der Aktion beteiligt und mit dem Anbringen des Aufklebers am Geschäft ein sichtbares Zeichen gegen Alkoholmissbrauch durch Kinder und Jugendliche gesetzt.
Jugendliche Testkäufer einsetzen
Unterdessen geht die Diskussion um den Einsatz von jugendlichen als »Testkäufer« von Alkohol weiter. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) begrüßt die Pläne der Innenministerkonferenz, solche Testkäufe zur Überführung von Verkaufsstellen einzusetzen, gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen.
»Ich bin sehr froh darüber, dass das Instrument der Testkäufe jetzt doch noch flächendeckend Schule machen soll«, sagte von der Leyen in Düsseldorf.
»Nur Kontrolle hilft«
Die guten Erfahrungen einzelner Städte und Kreise mit Alkohol-Probekäufen Minderjähriger zeigten, dass das Jugendschutzgesetz nur wirke, wenn seine Einhaltung auch kontrolliert werde, sagte die Ministerin. »Wenn den Verkäufern klar ist, dass es sie 50.000 Euro Bußgeld kosten kann, jugendgefährdende Computerspiele an einen 14-Jährigen über den Ladentisch zu schieben oder Schnapsflaschen an einen 16-Jährigen zu verkaufen, schreckt das ab.«
Berichten zufolge wollen die Innenminister der Länder künftig bundesweit minderjährige Alkohol-Testkäufer einsetzen. »Probekäufe Jugendlicher sind effizienter als vieles andere, weil sie eine abschreckende Wirkung auf den Handel haben«, sagte der hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU).
Abschreckende Wirkung
Er erwarte, dass sich die Innenministerkonferenz darauf verständigt. Auch der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), erklärte, er gehe davon aus, dass die Innenministerkonferenz das Testkäufer-Modell befürworten werde.
Bisher hat Niedersachsen als einziges Bundesland flächendeckend Alkohol-Testkäufe vornehmen lassen. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) war 2007 mit dem Entwurf eines Bundesgesetzes gescheitert. Kritiker sehen die Jugendlichen als Testkäufer zur Aufdeckung von Gesetzesverstößen missbraucht. epd
Internet: www.iserlohn.de
Dieser Beitrag wurde am 10.6.2009 um 17.15 Uhr veröffentlicht.
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