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Essen und das Ruhrgebiet

Stichwort: Europäische Kulturhauptstadt

<b>Im Essener Dom </b>findet der ökumenische Eröffnungsgottesdienst statt. Foto: Ralf Hüls

Im Essener Dom findet der ökumenische Eröffnungsgottesdienst statt. Foto: Ralf Hüls

Die Ernennung von Kulturhauptstädten geht auf eine Initiative der früheren griechischen Kultusministerin und Sängerin Melina Mercouri und des Europaparlaments aus dem Jahr 1985 zurück.

Seither wird der Titel »Europäische Kulturhauptstadt« an eine oder zwei Städte für jeweils ein Jahr verliehen. 2010 präsentieren sich Essen und das Ruhrgebiet unter dem Motto »Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel« als Kulturhauptstadt.

»Jede Stadt legt ein Kulturprogramm fest, das die Kultur und das Kulturerbe der betreffenden Stadt sowie ihren Platz im gemeinsamen Kulturerbe herausstellt, und an dem sich Kulturschaffende aus anderen europäischen Ländern mit dem Ziel einer dauerhaften Zusammenarbeit beteiligen«, heißt es im Artikel 5 des Beschlusses.

Die Städte sollen kulturelle Strömungen in Europa herausstellen, an denen sie wesentlich beteiligt waren und mit einem Angebot an Kulturveranstaltungen europaweit Besucher anziehen.

Das Ruhrgebiet, das sich in diesem Jahr unter dem Motto »Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel« als Kulturhauptstadt Europas präsentiert, ist nach London und Paris der drittgrößte Ballungsraum Europas und gleichzeitig ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen.

5,3 Millionen Menschen aus 140 Nationen leben in den 53 Städten des ehemaligen Stahl- und Kohlereviers, das heute vor allem ein Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum ist. Große Unternehmen wie RWE, Thyssen-Krupp, Klöckner, Hochtief, E.ON Ruhrgas, Karstadt, Aldi oder Tengelmann haben ihren Firmensitz im Ruhrgebiet.

Auch kulturell ballen sich in der Region zwischen Duisburg und Dortmund viele Angebote: Über 200 Museen, 100 Konzertstätten, 120 Theater und rund hundert Kulturzentren laden zu Ausstellungen, Konzerten, Opern, Schauspiel und weiteren Kulturveranstaltungen ein.

Festivals wie die Ruhrtriennale, die Ruhrfestspiele Recklinghausen, die Duisburger Akzente oder das Klavierfestival Ruhr sind überregional bekannt.

Für den strukturellen Wandel stehen vor allem die neu genutzten Industriedenkmäler, allen voran das Weltkulturerbe Zollverein. Die ehemals größte Schachtanlage der Welt beherbergt heute unter anderem das Ruhr Museum und das Design Zentrum NRW.

Der Gasometer Oberhausen ist heute die höchste Ausstellungshalle Europas.

Der Landschaftspark Duisburg-Nord in einem ehemaligen Hüttenwerk bietet Platz für Kletterparcours und Tauchbecken, aber auch für Theater und Musikfestivals. epd

Ähnlicher Beitrag:
Eröffnung mit Gottesdienst und Glockenläuten

Dieser Beitrag wurde am 8.1.2010 um 15.10 Uhr veröffentlicht.

Programm-Höhepunkte

8. Januar: Ökumenischer Eröffnungsgottesdienst im Essener Dom
9./10. Januar: Offizieller Festakt und großes Kulturfest zur Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres im Weltkulturerbe Zeche Zollverein, Essen
15. Januar: Eröffnungskonzert der Veranstaltungsreihe Orgellandschaft Ruhr mit insgesamt 460 Konzerten, Essener Dom
17. Januar: Uraufführung des Pop-Oratoriums »Die 10 Gebote« in der Dortmunder Westfalenhalle
30. Januar: Eröffnung des neuen Folkwang-Museums, Essen
27. Februar bis 23. Mai: Theaterprojekt Odyssee Europa, Reise zu sechs Schauspielhäusern, an denen sechs verschiedene Autoren die Odyssee neu erzählen
27. Februar bis 28. November: Mittelalter-Ausstellung »Aufruhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen« im LWL-Museum für Archäologie in Herne
12. März bis 31. Oktober: Ausstellung »Helden« im Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
28. März und dem 27. Mai: Biennale für Internationale Lichtkunst 2010 »open light in private spaces« in Privatwohnungen und -häusern in Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Hamm, Lünen und Unna
14. Mai bis 3. Juli: Ausstellung »LichtKunstRaum sanktreinoldi« in der Reinoldi-Kirche Dortmund
20.-24. Mai: RUHR.2010-Cup, Internationales U19-Fußballturnier, Dortmund, Lünen, Hagen, Holzwickede, Wiedenbrück und Wanne-Eickel
22.-30. Mai: SchachtZeichen, 350 gelbe Großballone schweben in bis zu 80 Metern Höhe über dem Ruhrgebiet und erinnern an die ehemaligen Schachtanlagen und Fördertürme des Bergbaus
29. Mai bis 5. September: EMSCHERKUNST.2010, Ausstellung auf der Emscherinsel zwischen Castrop-Rauxel und Oberhausen
5. Juni: !SING - DAY OF SONG mit 65.000 Sängerinnen und Sängern von Chören aus allen Ruhrgebietskommunen und deren Partnerstädten in der Veltins Arena Auf Schalke in Gelsenkirchen

19. Juni: Kulturfestival »Extraschicht« - Die Nacht der Industriekultur, von 18 bis 2 Uhr an 40 Spielorten in der gesamten Region mit Straßentheater, Musik, Kunst, Artistik, Tanz und Lichtspektakel auf einstigen Zechen und Halden, in Stahlwerken und Produktionsstätten, Hochöfen und Gasometern
27. Juni: Tag der Begegnung, integratives Bürgerfest des Landschaftsverbandes Rheinland im Grugapark Essen
30. Juni bis 17. Juli: Internationales Theaterfestival »Theater der Welt 2010«, Essen und Mülheim/Ruhr
18. Juli: Still-Leben A 40, Kultur- und Begegnungsfest auf der zwischen Duisburg und Dortmund gesperrten Ruhrgebietsautobahn
29. August: Sternlauf der Religionen aus Bottrop, Mülheim, Gladbeck, Duisburg, Essen, Oberhausen und Mettmann zu einer interreligiösen Feier auf der Mügawiese in Mülheim
4./5. September: Rockfestival und Motorrad-Gottesdienst auf Zollverein, Essen
10. September: Preisverleihung des Literaturpreises LIT.AWARD RUHR, Gasometer Oberhausen
18. September bis 13. November: Mord am Hellweg - Tatort Ruhr, Europas größtes internationales Krimifestival mit mehr als 180 Veranstaltungen mit über 400 Lesungen und rund 600 Autoren
21. September: Night Prayer, verschiedene Religionen stellen in spirituellen Konzerten und Ritualen ihren Glauben, ihre Ästhetik und ihre Gotteshäuser vor, u.a. in der DITIB-Moschee Duisburg-Marxloh, im Essener Dom, in den neuen Synagogen in Bochum und Gelsenkirchen und im Hindu-Tempel in Hamm-Uentrop
31. Dezember: Einweihung des Platzes des europäischen Versprechens, Bochum

Internet: www.ruhr2010.de

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