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A40-»Still-Leben«

Essen, tanzen , feiern auf der Autobahn

<b>Heiterer Trubel</b> auf der Autobahn: Zwei Millionen Menschen nutzten das Angebot. Foto: http://www.ruhr2010.still-leben-ruhrschnellweg.de

Heiterer Trubel auf der Autobahn: Zwei Millionen Menschen nutzten das Angebot. Foto: http://www.ruhr2010.still-leben-ruhrschnellweg.de

Stille geht eigentlich anders. Für einen Tag sind rund 60 Kilometer Autobahn im Ruhrgebiet zwar für den normalen Verkehr gesperrt.

Stattdessen gehen, radeln, essen oder tanzen mehr als zwei Millionen Menschen auf dem Teilstück der A40 zwischen Duisburg und Dortmund. Mehr als doppelt so viele Besucher als erwartet feiern ein »Begegnungsfest der Alltagskulturen«. Die Aktion »Still-Leben Ruhrschnellweg« ist einer der Höhepunkte des Kulturstadtjahres im Ruhrgebiet.

Auf der Fahrbahnseite, auf der sich Tausende Gruppen, Initiativen, Kirchen, Firmen und Organisationen präsentieren, geht streckenweise nichts mehr.

»Fußgänger-Stau auf der A40. Hätte ich nie geglaubt, dass ich das mal erlebe«, meint Klaus-Peter Hermes aus Bochum.

Auch der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, kommt bei seiner Visite ins Schwitzen. Gemeinsam mit dem katholischen Bischof Franz-Josef Overbeck vom Bistum Essen und Vertretern anderer Religionsgemeinschaften bringt Buß die rollende Skulptur »Engel der Kulturen« in Bewegung - ein Zeichen des interreligiösen Dialogs.

In dem 1,5 Meter hohen Rad befinden sich ein Davidstern, ein Kreuz und ein Halbmond als zentrale Symbole der abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam.

Während der »Engel der Kulturen« einige hundert Meter über die Autobahn rollt und immer wieder Menschen zum Staunen bringt, schweben über den zahlreichen Tischen der kirchlichen Gruppen und Organisationen gelbe Ballons, die mit einem schwarzen Kirchturm nebst Kirchturmhahn bedruckt sind.

»So, wie ein Kirchturm schon von weitem sichtbar ist, wollten auch wir für die Besucher auf der A40 erkennbar sein,« erklärt eine Mitarbeiterin der Evangelischen Kirchengemeinde Heidhausen.

Als Renner erweist sich die Idee einer Gruppe aus dem Bistum Essen, die am »Tisch der Religionen« gebackene kleine Kirchen anbieten. Das Gotteshaus mit Kirchturm kommt riesig bei den Besuchern an. »Da sieht man doch, Kirche kriegt trotz aller Mängel auch mal was gebacken«, schmunzelt ein 67-jähriger ehemaliger Bergmann.

Auch der Interkulturelle Arbeitskreis Gelsenkirchen ein paar Meter weiter wirbt mit Gebäck: Schwarz-Weiß-Denken sei schlecht, schwarz-weiße Plätzchen dagegen schmeckten gut, erläutert ein Mitarbeiter.

Derweil zeigt die Sankt-Suitbertus-Gemeinde Bottrop-Vonderort im Block 45 auf der Autobahn Stadtteil-Fotos, die Kinder der Gemeinde gemacht haben. Die Kinder- und Jugendeinrichtung Arche Noah aus Bottrop, die eigentlich mit ihren Tieren beim Volksfest auf der A40 dabei sein wollte und dies nicht durfte, hat stattdessen tierische Papp-Kameraden aufgebaut.

Präses Buß und Bischof Overbeck werben vor einem großen Transparent für Respekt, Toleranz und Fairness im Umgang der Religionen miteinander.

Der Präses bedauert, dass auch nach 40 Jahren des Zusammenlebens von Christen und Muslimen hier in Deutschland die Menschen immer noch »viel zu wenig von der Religion des jeweils anderen« wüssten. Notwendig sei es, »die friedensstiftenden Elemente der Religionen füreinander einzusetzen.«

Zumindest für diesen Tag ist an der der »längsten Tafel der Welt« Toleranz und Gemeinschaftsgefühl zu erleben.

Weder das dickste Gedränge noch die wegen Überfüllung gesperrten Zugänge scheinen die ausgelassene Stimmung zu dämpfen. Schließlich sei es ja ein Fest der Begegnung, ist zu hören. Da gehöre ein bisschen Tuchfühlung auch dazu. epd

Dieser Beitrag wurde am 19.7.2010 um 07.57 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Schallblech schrieb am 19.07.2010 08:15:

Was ist denn mit dem Gottesdienst in der Autobahnkirche Ruhr? War das nicht wichtig genug für UK?

akr schrieb am 19.07.2010 19:04:

Das frage ich mich auch.
Oder sollte es daran liegen, dass diese Autobahnkirche ein ökumenisches Projekt ist.
Ich konnte - Gott sei Dank - an diesem Gottesdienst teilnehmen. Einige zig Bläserinnen und Bläser der ev. Kirche und andere kirchliche Bläser haben unter der Leitung des Landesposaunenwartes den Gottesdienst musikalisch wunderbar bereichert.

akr schrieb am 19.07.2010 19:09:

Da gibt es doch was zu lesen....
http://www.evangelisch-in-westfalen. de/ansicht/artikel/tisch-der-religionen- auf-der-a-40.html

Hoeffchen schrieb am 20.07.2010 09:04:

Entschuldigung, entschuldigung, es waren rund 150 kirchliche Veranstaltungsorte zwischen zwei Millionen Menschen ...

akr schrieb am 20.07.2010 14:38:

Nichts für ungut, aber der Schreibstil des Autors des obigen Artikels ist der eines uralten Beamten im Lastenausgleichamt.
Auch Artikel über derartige Events wie "Stillleben A40" in einer kirchlichen Zeitung können auch mal Emotionen Vertragen - oder?

Ruckzuck schrieb am 20.07.2010 15:54:

@akr: Klar, so wie Dein Beitrag ein bisschen mehr Rechtschreibung ...

akr schrieb am 21.07.2010 07:35:

Lieber Ruckzuck, das hat nichts mit Rechtschreibung, sondern mit Tippfehlern zu tun.

Der Schreibstil des Autors bleibt trotzdem wenig anregend.
Kirche und eigene Berichterstattung können auch NICHT zu "furztrocken" sein.

Hoeffchen schrieb am 21.07.2010 09:08:

Hallo ... jetzt kommt mal wieder runter.
Anregungen und Kritik sind hier ausdrücklich erwünscht. Aber bitte nicht nur den Ton bei anderen kritisieren, sondern auch den eigenen beachten. Nur weil hier anonym gepostet werden kann, heißt das noch lange nicht, dass man unter die Gürtellinie greifen darf.
@akr: Sie haben (in der Sache) insofern Recht, dass Nachrichten-Stil eben nicht Lifestyle-Journalismus ist. Kann man dem Ereignis, das in dem Artikel beschrieben wird, angemessen finden oder auch nicht. Wie gesagt: Hier auf dieser Homepage ist Platz für Anregung und Kritik. Dem epd (Evangelischer Pressedienst = Nachrichtenagentur im Raum der evangelischen Kirchen in Deutschland) allerdings schlechten Journalismus zu unterstellen, ist geradezu hanebüchen.
Falls Sie an einer Fortführung dieser Diskussion interessiert sind, möchte Sie dazu herzlich einladen - gern mit mir oder Redakteuren des epd persönlich. Aber dann bitte in einem zivilisierten Ton.

gumma schrieb am 21.07.2010 11:05:

@akr: Habe gerade mal geguckt, was du da für einen Link gepostet hast. War schwer enttäuscht! Das war ja nur eine Vorankündigung! Ich hatte gehofft, das wäre jetzt der super-krasse-emotionale-nicht"furztrocke ne" Lesestoff ...

akr schrieb am 21.07.2010 14:37:

Lieber Hoeefchen, du schreibst:" Platz für Anregung und Kritik. Dem epd (Evangelischer Pressedienst = Nachrichtenagentur im Raum der evangelischen Kirchen in Deutschland) allerdings schlechten Journalismus zu unterstellen, ist geradezu hanebüchen."

Wo habe ich schlechten Journalismus unterstellt?

"Falls Sie an einer Fortführung dieser Diskussion interessiert sind, möchte Sie dazu herzlich einladen - gern mit mir oder Redakteuren des epd persönlich. Aber dann bitte in einem zivilisierten Ton."

Ist die Benutzung "furztrocken" (in Gänsefüßchen) geschrieben unzivilisiert?

akr schrieb am 21.07.2010 14:39:

Aber wir entfernen uns - da trage ich Mitschuld - von der Eingangsfrage des users "Schallblech"

Hoeffchen schrieb am 21.07.2010 15:30:

@akr: Sie h a b e n schlechten Journalismus unterstellt. "der Schreibstil des Autors des obigen Artikels ist der eines uralten Beamten im Lastenausgleichamt" lässt sich nicht anders deuten. Und ja: Ob in Gänsefüßchen oder nicht - im Zusammenhang eines öffentlichen Urteils über eine Arbeitsleistung ist die Grenze des guten Geschmacks erreicht. Nehmen Sie's bitte einfach zur Kenntnis.

Schallblech schrieb am 21.07.2010 16:52:

Immerhin handelt es sich hier nicht um ein Forum, sondern um den redaktionellen Teil. Da sollte man sich schon so ausdrücken, daß sich wirklich niemand gestört fühlt, auch wenn man für sich die Grenzen anders setzt.

akr schrieb am 21.07.2010 19:51:

Nicht böse werden:
Aber:
HIER (s.o.) wird um Kommentare zum Artikel gegeben.

In welcher Art sind denn diese gewünscht?

akr schrieb am 21.07.2010 19:55:

Im Artikel oben steht: "Auch der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, kommt bei seiner Visite ins Schwitzen...."

So viel ich weiß, ist nach kirchlichen Sprachgebrauch eine VISITE etwas anderes, als nur ein Besuch. Welche Gemeinde wurde denn auf der A 40 "visitiert"?

Glybyrne schrieb am 22.07.2010 09:12:

gäähn ... akr du nervst langsam ...

Pirol schrieb am 22.07.2010 09:24:

"Visitation" ist der kirchliche Fachbegriff.

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