Erster gemeinsame Probe in Bochum
Durch Schnee und Sturm zu den 10 Geboten

Alles Sänger, nicht Zuhörer: Martin Bartelworth (links) und Ralf Rathmann begrüßen die Teilnehmer des Projekts im Bochumer RuhrCongress. Fotos: Uwe Rottkamp
»Ich begrüße Euch an diesem denkwürdigen Tag«: Pop-Produzent Dieter Falk freute sich sichtlich über die riesige Schar begeisterte Sängerinnen und Sänger im Bochumer RuhrCongress-Zentrum.
Obwohl vor allem die Medien mit den besonders dicken Überschriften eine Schnee-Chaos prophezeit hatten, waren fast alle der 2550 gemeldeten Teilnehmer zur ersten Gesamtprobe für das Pop-Oratorium »Die 10 Gebote« nach Bochum geschlittert. Zum ersten Mal wurde die musikalische Kraft dieses einzigartigen Projektes direkt spürbar.
Zwar noch ohne Band und Orchester, doch mit dem kompletten Ensemble wurde das Oratorium, das die mit großer Spannung und Dramatik geladene Geschichte des Volkes Israel von der Berufung des Moses über den Auszug aus Ägypten bis zum Empfang der 10 Gebote am Berg Sinai erzählt, in zwei Probenphasen durchgespielt.
Für die Sängerinnen und Sänger war die Begegnung mit den Solostars besonders eindrucksvoll – Michael Eisenburger als markanter und zugleich charmanter Moses sowie die »Monrose«-Sängerin Bahar Kizil in der weiblichen Hauptrolle der Zipporah (Moses Frau), Frank Logemann als Aaron und Stefan Poslovski als hinreißend-ätzender Pharao überzeugten nicht nur durch Stimme und Schauspiel, sondern ließen auch Fragen und Autogrammwünsche geduldig und freundlich über sich ergehen.
Vom ersten Klangeindruck sehr positiv überrascht
Dieter Falk wie auch Hauptdirigent Heribert Feckler zeigten sich von dem ersten Klangeindruck positiv überrascht. »Ich hatte mir das Zusammenwirken mit Blick auf die großen Entfernungen und die entsprechend langen Klangwege viel problematischer vorgestellt«, sagte Feckler in der »Halbzeit«.
Offensichtlich haben die rund 100 beteiligten Chorleiter in den zurückliegenden Monaten gute Arbeit geleistet.
Denn die meisten der teilnehmenden Sängerinnen und Sänger kommen aus gut 90 zumeist nordrhein-westfälischen Chören und beschäftigen sich schon seit über einem halben Jahr mit dem Projekt. In Lippe beispielsweise organisierten drei beteiligte Chöre sowie Einzelsänger zwei eigene Regionalproben, um den musikalischen Stoff vorzubereiten.

Beratung Backstage: Dieter Falk (rechts) mit den Dirigenten Christoph Spengler (links) und Heribert Feckler. Bahar Kizil tippt derweil noch letzte Nachrichten in ihr Blackberry...
Wie das Stück klingt und welche Vorstellungen Komponist Dieter Falk davon hatte, erfuhren die Chorleiter vor der Probenphase im Juni bei einem »Kick off« in Witten. Dabei wurde auch gleich der Chorpart für die inzwischen erschienene CD aufgenommen. Für Einzelsänger waren danach spezielle Regionalproben verpflichtend.
Weil die Aufführung am kommenden Sonntag in der Dortmunder Westfalenhalle schon nach kurzer Zeit ausverkauft war, wurde die Generalprobe am Samstag davor zu einer öffentlichen »Vorpremiere« umgestaltet, für die noch Karten zu haben sind (online auf Die 10 Gebote).
In der Westfalenhalle werden die 2550 Sänger hinter der Bühne auf zwei Blöcke verteilt, damit einige Stücke des Oratoriums doppelchörig erklingen können.
Der Chor der Chorleiter wird in der Mitte besondere Aufgaben übernehmen. Davor werden Orchester (Das Junge Orchester NRW) und Band dem Geschehen auf der Bühne den musikalischen Drive geben.
Damit der Megachor »auf den Punkt« einsetzen und singen kann, wird Dirigent Heribert Feckler von Matthias Nagel und Christoph Spengler als Subdirigenten unterstützt. rot
Dieser Beitrag wurde am 10.1.2010 um 13.14 Uhr veröffentlicht.
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