Pilgern im Pott
Das war er: der UK-Pilgertag

Hatte alles fest im Griff: Gerald Wagner von der Evangelischen Erwachsenenbildung, der für UK den Pilgertag organisiert hat. Im Hintergrund: Teilnehmer des Pilgertags. Foto: gmh
Sonne im Herzen, der Ruhrpott ganz grün – knapp 80 Leserinnen und Leser folgten UK zum „Pilgern im Pott“ am ersten Sonntag im Mai durch die Bochumer Innenstadt. Einhelliges Fazit: Das war einfach Spitze! Zum UK-Fotoalbum
Pilgern im Pott? Und dann noch durch Bochum, da »wo die Sonne verstaubt«, wie einst Grönemeyer sang? Ja, geht das denn? Das werden sich viele gefragt haben, die am Sonntag - von fern und nah gekommen - ab halb elf an der Christuskirche in der City von Bochum aufliefen.
Und tatsächlich: Die Stadt ist zunächst grau wie eine Kokshalde, das nieselige Frühlingswetter scheint alle Farben weggewaschen zu haben. Aber davon lassen sich echte Abenteurer und Entdecker ja erst recht anspornen: Nach kurzer Begrüßung durch UK-Chefredakteur Wolfgang Riewe und Einführung durch Gerald Wagner von der Evangelischen Erwachsenenbildung Westfalen geht’s – zünftig gekleidet und mit Proviant im Marschgepäck – von der Christuskirche durch die Bochumer Innenstadt.
Ja, und wer hätte das geglaubt: Da kann es richtig grün sein. Spätestens im Stadtpark, nachdem der Weg Matrazendiscounter, Döner-Imbiss und Schnellstraße erst einmal verlassen hat, kommt eine Ahnung davon auf, dass Wandern, Pilgern und Ausflug in den Mai durchaus auch »im Pott« möglich sind. An mehreren Stationen regen Singen, meditative Gedankenanstöße und persönlicher Austausch die 77 Teilnehmenden an, dem Thema des Pilgerwegs auf die Spur zu kommen: »In Veränderung und auf dem Weg.«
Dazwischen: Plauschen, Enten beobachten, Obstblüte beschnuppern. Schweigen. Stille Gebete. Durch eine feuchte Wiese streifen. Mit den vier mitgereisten UK-Redakteuren über Gott und die Welt reden.
Da pilgert aber auch eine bunte Truppe: Stramme Ruheständler mit Kniebundhose und Waden aus Eisen. Ehepaare. Singles. Junge Familien. Sogar eine Gruppe Pfadfinder ist dabei und sorgt mit Kluft und Halstuch für einen reizvollen Blickfang. Bis zur Mittagspause in der Lutherkirche hat man sich warm»gequatscht«, da kann auch das bisschen Regen nicht ernsthaft stören. Zumal zwischendurch immer wieder mal kurz die Sonne rausschaut.
In der Kirche dann: eine kräftige Suppe mit Wurst, von Ehrenamtlichen der Gemeinde für die UK-Pilgertruppe zubereitet. Und Erläuterungen zur Kirche und Gemeindealltag von Ortspfarrer Heinz-Dieter Krohn. Weiter geht es durch grün, grün, grün ... das Naherholungsgebiet Grumme straft jedes Klischee von Stahl und Staub im Revier Lügen.
Nach gut zehn Kilometern Gesamtweg naht das Ziel der Pilgertour durch den Pott: die Vinzentiuskirche in Bochum-Harpen. Kurze Begrüßung durch Pfarrer Gerald Hagmann, Kaffee und Kekse im Gemeindehaus. Eine Kirchenführung von Presbyterin Christel Eglinski-Horst – die fällt allerdings recht kurz aus, leider, denn draußen wartet schon der Bus: Rückfahrt zum Ausgangspunkt an der Christuskirche. 17 Uhr. Abschied. Schade, dass auch ein so schöner Tag dann doch wieder so schnell vorbei war.
Eindringliche Bitte der Pilger an UK: Ein herzliches Dankeschön weitergeben an die Evangelische Erwachsenenbildung Westfalen, besonders an Pfarrer Dr. Gerald Wagner, der die Tour für UK organisiert und durchgeführt hat, sowie an Erwachsenenbildnerin Irene Esser, die ihm dabei tatkräftig zur Seite stand. Und natürlich auch an die Ehrenamtlichen und die beiden Pfarrer an Christus-, Luther- und Vinzentiuskirche, die so aufmerksame und herzliche Gastgeber waren. Und – ganz wichtig: Unbedingt eine Neuauflage des »Wanderns mit UK«. Am besten noch in diesem Jahr. Vielleicht im Herbst?
Das »Pilgern im Pott« war nach dem UK-Wandertag im August vergangenen Jahres bereits die zweite Veranstaltung nach dem Motto: Raus in die Natur – wandern mit UK-Lesern.
Artikel wurde geschrieben von gmh
Dieser Beitrag wurde am 3.5.2010 um 10.33 Uhr veröffentlicht.
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