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Pop-Oratorium »Die zehn Gebote«

Chor der 3000: Event mit Gänsehaut

<b>Im Thronsaal des Pharao</b>: Szene aus dem Pop-Oratorium »Die zehn Gebote« bei der Uraufführung 2010 in Dortmund. Foto: UK-Archiv/Uwe Rottkamp

Im Thronsaal des Pharao: Szene aus dem Pop-Oratorium »Die zehn Gebote« bei der Uraufführung 2010 in Dortmund. Foto: UK-Archiv/Uwe Rottkamp

3000 Stimmen erheben sich im Kuppelsaal Hannover.

Der Sound bei der ersten Probe überwältigt die Sängerinnen und Sänger selbst. Am 29. Januar wollen sie das Pop-Oratorium »Die zehn Gebote« gemeinsam mit Profis vor großem Publikum aufführen. »Lächeln, aufstehen, klatschen«, ruft der Produzent und Komponist Dieter Falk von der Bühne.

Die 3000, die sich begeistert erheben, sind die Chorsänger für eins der größten Pop-Oratorien deutschlandweit.

Das erste Mal haben sie am Samstag alle gemeinsam für zwei Aufführungen mit Profi-Musikern am 29. Januar in der TUI-Arena in Hannover geprobt.

Als aus 3.000 Kehlen die ersten Takte vierstimmig ertönen, hält es Andrea Zernack vor Begeisterung kaum noch auf ihrem Platz.

Die 51-Jährige aus dem rund 50 Kilometer entfernten Rheden bei Hildesheim singt in der ersten Reihe mit. Hinter ihr ist der Kuppelsaal in Hannover, der als Probenraum dient, voll besetzt »Das ist einfach Gänsehaut.«

Für das Projekt konnten sich Mitglieder aus verschiedenen Chören in der hannoverschen Landeskirche anmelden, die zu den Initiatoren gehört.

Die Organisatoren hatten ursprünglich mit rund 1.000 Sängern gerechnet. »Wir hätten nie gedacht, dass daraus ein großes Chorfieber wird«, erzählt Falk begeistert. Der erfolgreiche Musikproduzent spricht von einem riesigen Mitsingspektakel.

Jeweils 1.500 seiner Chormitglieder werden am 29. Januar eine Aufführung um 14 und um 19 Uhr begleiten.

Hinten im Raum, bei den Bass-Stimmen, steht und singt Christoph Lilje. Der 66-jährige Hannoveraner ist überwältigt von dem Klang. »Mit so vielen Leuten gemeinsam zu singen, so etwas macht man nur einmal im Leben.« Nur kurz können sich die Sänger zwischen den Songs hinsetzen, sich ausruhen, oder etwas trinken.

Als Dieter Falk den Ohrwurm des Musicals »Liebe ist das Gebot« dirigiert, reißt es alle wieder von den Stühlen und 6.000 Hände klatschen zum Takt des Gesangs.

Bei den Aufführungen werden insgesamt drei Dirigenten auf der Bühne stehen, die über Funk miteinander verbunden sind. »Das Publikum wird eine Gänsehaut von hier bis an die Decke bekommen, wenn ihr das singt«, ruft Falk.

Die Chorsängerin Ulrike Hartz aus Hannover hat einen Platz bei den Sopranstimmen im Oberrang gefunden.

Der 49-Jährigen fehlen fast die Worte, um ihre Gefühle zu beschreiben. »Es ist erschlagend und es verbindet«, meint sie schließlich.

»Die zehn Gebote« beschreibt die biblische Geschichte des Volkes Israel von der Berufung des Mose über den Auszug aus Ägypten bis zum Empfang der Gebote am Berg Sinai.

Das Stück mit 19 Songs erzählt auch die Liebesgeschichte von Mose und seiner Frau Zipporah. Die Solistenrollen werden unter anderen von Schauspieler Otto Sander als Stimme Gottes und der Pop-Sängerin Bahar Kizil von der ehemaligen Gruppe »Monrose« als Zipporah besetzt.

Die Texte stammen aus der Feder von Michael Kunze, der schon das Musical »Elisabeth« und deutsche Übersetzungen für »König der Löwen« und »Mamma Mia« schrieb.

Während das Komponisten-Texter-Duo Falk und Kunze bereits an einem nächsten Musical über die Geschichte des Mose arbeiten, wird das Oratorium in den kommenden Monaten auch in Braunschweig, Düsseldorf und Mannheim aufgeführt.

Insgesamt seien in diesem Jahr rund 10.000 Sänger an dem Projekt beteiligt, teilen die Veranstalter der »Creativen Kirche« aus Witten mit. Das Oratorium mit Riesenchor wurde 2010 in der Dortmunder Westfalenhalle uraufgeführt.

Im Kuppelsaal schwingen beim sprichwörtlichen »Tanz um das goldene Kalb« auf allen Rängen die Körper im Takt der Musik.

Die Vorfreude auf die Aufführung wird auch für Dieter Falk spürbar. »Ich hoffe, dass die Zuschauer mit unseren Liedern auf den Lippen wieder nach Hause fahren«, sagt der Produzent. epd

Dieser Beitrag wurde am 15.1.2012 um 19.02 Uhr veröffentlicht.

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