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Haushalt 2012

Westfälische Kirche will trotz Mehreinnahmen weiter sparen

<b>Steuermehreinnahmen</b> sollen vor allem in die Versorgungskasse fließen: Finanzdezernent Klaus Winterhoff. Foto: EKvW

Steuermehreinnahmen sollen vor allem in die Versorgungskasse fließen: Finanzdezernent Klaus Winterhoff. Foto: EKvW

Das Wirtschaftswachstum beschert der Evangelischen Kirche von Westfalen in diesem Jahr deutliche höhere Einnahmen aus der Kirchensteuer als ursprünglich angenommen.

Statt prognostizierten 403,1 Millionen Euro würden nun 440 Millionen Euro erwartet, sagte Finanzdezernent Klaus Winterhoff am Dienstag in seiner Haushaltsrede vor der Synode der westfälischen Kirche in Bielefeld. Das ist ein Plus von knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotz der guten Zahlen mahnte Winterhoff zum Sparen und verwies auf langfristig sinkende Einnahmen.

Bis zum Jahr 2040 werde die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder bundesweit um ein Drittel sinken, die reale Finanzkraft halbiere sich dadurch. Der jetzige positive Trend verschaffe der Kirche lediglich eine »Atempause«.

Die unverhofften Mehreinnahmen sollen zu einem großen Teil in die Versorgungskasse für Pfarrer und Kirchenbeamte fließen.

Winterhoff schlägt der Synode vor, die Mehreinnahmen zur Hälfte der Versorgungskasse für Pfarrerinnen und Pfarrer zuzuführen; außerdem werden Rücklagen von insgesamt fünf Millionen Euro für einen möglichen Kirchentag in Dortmund 2019 und für die Reformationsfeierlichkeiten 2017 gebildet. Der Rest des Überschusses soll an die Gemeinden und Kirchenkreise ausgeschüttet werden.

Für 2012 legt die westfälische Kirche ein Kirchensteuer-Aufkommen von 420 Millionen Euro zugrunde.

Davon gehen 12 Millionen Euro in den EKD-Finanzausgleich für die ärmeren Landeskirchen in Ost- und Mitteldeutschland. Die verbleibenden 408 Millionen Euro fließen an die Kirchenkreise und in gesamtkirchliche Aufgaben.

Die Landeskirche erhält für ihre Aufgaben neun Prozent der zu verteilenden Kirchensteuermittel.

Der von Winterhoff eingebrachte landeskirchliche Etat für 2012 sieht Einnahmen und Ausgaben von 46,2 Millionen Euro vor, das sind 5,5 Prozent mehr als 2011 - vor allem aufgrund innerer Verrechnungen mit einem Sondervermögen für Immobilien.

Zur Deckung dieses Haushalts werden auch Zinseinnahmen und Rücklagen eingeplant.

Größter Ausgabeposten im Gesamthaushalt der westfälischen Kirche ist die Pfarrbesoldung, die mit knapp 223 Millionen Euro zu Buche schlägt. Der Haushalt soll am Donnerstag verabschiedet werden.

Im kommenden Jahr beginnt eine grundlegende Änderung im kirchlichen Rechnungswesen: Der Kirchenkreis Münster sowie die Kirchenkreise Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg stellen in einer Pilotphase komplett vom kameralistischen Haushaltswesen auf die sogenannte Doppik um.

Sie soll mehr Transparenz und bessere Steuerungsinstrumente für die kirchlichen Führungskräfte bieten. Nach Prüfung der Jahresabschlüsse soll ab 2013 nach und nach die ganze Landeskirche umgestellt werden. epd/leg

Debatten ums Personal

Dieser Beitrag wurde am 15.11.2011 um 11.17 Uhr veröffentlicht.

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