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Homosexualität

Superintendent distanziert sich von Buß-Kritik

Klaus Majoress Foto: Kirchenkreis

Klaus Majoress Foto: Kirchenkreis

Der westfälische Präses Alfred Buß hat Vorwürfe zurückgewiesen, er plane Segnungen homosexueller Paare in der Kirche und verlasse damit den Boden der Kirchenordnung.

Von einer Segnung oder Trauung habe er zu keiner Zeit gesprochen, sagte Buß am Freitag vor Journalisten in Bielefeld. Wichtig sei ihm jedoch, dass homosexuelle Menschen nicht benachteiligt würden.

Er appellierte an die Kritiker, dialogbereit zu bleiben und andere Auffassungen nicht von vornherein auszugrenzen. An ethischen Fragen dürfe nicht die Einheit der Kirche zerbrechen, mahnte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Knapp 30 Pfarrer aus den Kirchenkreisen Lüdenscheid-Plettenberg, Soest und Witten hatten Buß in einem offenen Schreiben »Abkehr von der biblischen Orientierung« vorgeworfen. Gelebte Homosexualität entspreche »nicht der Schöpfungsordnung Gottes, wie sie in der Bibel beschrieben wird«.


Superintendent stellt sich hinter Buß

Der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, Klaus Majoress, distanzierte sich am Freitag von dem offenen Brief an Buß. Es sei zwar grundsätzlich richtig, wenn Pfarrer dem leitenden Theologen der westfälischen Kirche ihre andere Auffassung mitteilten, sagte er in Lüdenscheid dem epd.

Allerdings halte er es für problematisch, wenn dies sofort öffentlich diskutiert werde. Auch inhaltlich stellte sich Majoress hinter Buß. Homosexualität sei keine zu therapierende Krankheit, sagte er.


Gegen jegliche Form der Diskriminierung

Majoress verwies ebenso wie Buß auf einen Beschluss der westfälischen Landessynode von 1996. »Darin wird klar zum Ausdruck gebracht, dass sich Gemeinden gegen jegliche Form von Diskriminierung Homosexueller stellen sollen«, sagte Majoress.

Anlass des Briefes an den Präses waren ein Forum zum Thema Homosexualität im September und Äußerungen von Buß auf dem evangelischen Kirchentag im Mai in Bremen.

Dort hatte der 62-jährige Theologe gesagt, Homosexuelle müssten vor Diffamierungen geschützt werden. Homosexualität sei weder eine Fehlentwicklung noch eine Krankheit. epd

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Dieser Beitrag wurde am 8.11.2009 um 14.37 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Ignatius schrieb am 09.11.2009 08:12:

Danke, Herr Majoress!

JensMK schrieb am 09.11.2009 12:25:

Herr Majoress hat sich nicht nur hier geäußert, sondern auch in der Lüdenscheider Heimatpresse. Die Presseäußerung dort war nicht so passend wie diese hier. Generell ist zu bemerken, dass die "Hirten" im Sauerland diese Angelgenheit gerne unter ein Deckmäntelchen des Gespräches unter den Theologen machen wollen. Ich halte diesen Ansatz für hochmütig und falsch. Stehen wir Laien vor Gott können wir keinen Theologen vor uns schieben und sagen - das soll eine Angelegenheit unter "Fachleuten" sein. Damit werden wir Laien wieder weiter entmündigt und die tatsächliche Priesterschaft aller Gläubiger wird wieder etwas mehr an Boden entzogen. Die Art der Außendarstellung ist schlicht katastrophal. Dies ist längst keine interne Angelegenheit mehr!! Hier muß ein Untersuchungsausschuss der Synode die Vorgänge prüfen und keine "Clübchenwirtschaft" der besagten Geistlichen schön alles vertuschen.

Tostefanz schrieb am 14.11.2009 12:28:

Wie ein Mensch lebt - auch wie er Partnerschaft und Sexualität lebt und erlebt - ist unabhängig davon, ob er homo- oder heterosexuell ist. Beide Male findet er sich in seiner jeweiligen Prägung vor und ist aufgefordert, verantwortlich mit ihr umzugehen.
Man kann weder homo- noch heterosexuelle Menschen auf ihre Sexualität reduzieren, und auch homosexuele Menschen sind nicht von vornherein dazu geschaffen, zölibatär zu leben. Es ist für den Menschen nicht gut, allein zu sein, heißt es in der Bibel. Dies gilt auch für homosexuelle Menschen.
Die Liebe eines anderen Menschen kann von homo- wie von heterosexuellen Menschen als ein Geschenk Gottes erfahren werden, das seines Schutzes und Beistands bedarf. Es ist mir unverständlich, dass manche "fromme" Christen dies nicht sehen können oder wollen, weil sie meinen, die Bibel verbiete es ihnen, hierüber nachzudenken. Insofern freue ich mich, dass es allmählich doch zu einem Nachdenken gekommen ist und bin Präses Buß dankbar, dass er zu solchem Nachdenken ermutigt!

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