Präseswahl
Stark für Kirche und Gesellschaft

Sprach in Bielefeld: Angelika Weigt-Blätgen, Kandidatin für das Präses-Amt in der westfälischen Landeskirche. Foto: UK
Kirche und Diakonie, Glaube und soziales Handeln – für Angelika Weigt-Blätgen ist auch künftig das eine nicht ohne das andere denkbar.
Nach Annette Kurschus eine Woche zuvor stellte sich mit Weigt-Blätgen, der leitenden Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, die zweite Kandidatin für das Präses-Amt in der westfälischen Landeskirche vor. »...dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung« war ihr Vortrag überschrieben.
Im Mittelpunkt standen Überlegungen zur diakonischen und spirituellen Zukunft der Kirche.
Im diakonischen Handeln „können wir Zeugnis geben von der Hoffnung, die in uns ist", sagte die 56-jährige Theologin im Bielefelder Haus der Kirche.
Ebenso wie die Jüdinnen und Juden im babylonischen Exil Hoffnung geschöpft hätten aus der Erinnerung an Gottes Weisung und Begleitung, könnten Christen Hoffnung schöpfen aus der Erinnerung an den Tod und die Auferstehung Jesu.
„Erinnerte Verheißungserfüllungen lassen Zukunftsvertrauen entstehen“, so Weigt-Blätgen. Gottes bedingungslose Parteinahme für die Menschen sei Ausgangspunkt und Triebfeder für den Einsatz zugunsten Schwacher und Benachteiligter.
Zwei wesentliche Zukunftsaufgaben sieht die Präses-Kandidatin für Kirche und Diakonie: die Verkündigung („Rechenschaft geben von der Hoffnung, die in uns ist“) und die Förderung und Forderung von Recht und Gerechtigkeit.
In diesem Sinne solle die Kirche als „Gemeinschaft der Glaubenden und Organisation“ Gerechtigkeit „unter den Bedingungen dieser Welt mit aller Entschiedenheit“ einklagen und ihren Beitrag leisten zur Weiterentwicklung der staatlichen Sozialsysteme.
Besonders in den Blick nimmt Weigt-Blätgen die Gemeinden: Sie müssten in ihrem diakonischen Engagement ermutigt werden.
Weiterentwickelt werden müsse auch das Bewusstsein unter den Mitarbeitenden in der Diakonie, dass es maßgeblich an ihnen liege, ob sich die kirchlich-diakonischen von anderen Anbietern auf dem Sozialmarkt unterscheiden.
Wie beim geistlichen Amt gelte auch hier, dass Mitarbeitende sich ihres Glaubens und ihrer Hoffnungen vergewissern können.
Immer wichtiger werden nach Ansicht der Präses-Kandidatin der Gemeindeaufbau mit Ehrenamtlichen und das bürgerschaftliche Engagement von Christinnen und Christen in der Zivilgesellschaft.
Vor diesem Hintergrund solle dem Freiwilligenamt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit „Menschen sich der Hoffnungen, die in ihnen sind, bewusst werden“ und „sich für die Zukunft von Kirche und Gesellschaft stark machen können“.
In der Fragerunde, die sich an den Vortrag anschloss, sagte Weigt-Blätgen, dass bei weiteren Reformen in der Kirche größtmögliche Transparenz erreicht werden müsse, um möglichst viele Mitarbeitende mitzunehmen.
In der aktuellen Diskussion über den künftigen Bestand der geltenden Staats-Kirchen-Verträge und angesichts eines wachsenden Traditions- und Wissensabbruchs hält sie es für sinnvoll, Gespräche mit politisch Verantwortlichen zu führen, um deutlich zu machen, „was uns prägt und was uns trägt“. hei
Dieser Beitrag wurde am 22.9.2011 um 09.44 Uhr veröffentlicht.
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