Buß begrüßt Urteil zum Ladenschluss
Mehr Mensch, weniger Profitinteresse

Präses Alfred Buß
Der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Sonntagschutz begrüßt.
»Das höchste deutsche Gericht hat ein klares Zeichen gesetzt: Der Mensch steht über dem kurzfristigen Profitinteresse«, erklärte Buß. Der Schutz der Sonntagsruhe sei nicht nur für Christen unschätzbar wertvoll, sondern auch für die ganze Gesellschaft.
»Wir brauchen Zeit für bewusstes Miteinander statt nur gehetztes Nebeneinander.«
Der Sonntag gebe Raum für die Frage, was im Leben wirklich trägt, führte Buß aus. Er gewähre Zeit für Erholung, für schöpferischen Neuanfang und Besinnung.
Auch würden immer mehr verkaufsoffene Sonntage und immer längere Ladenöffnungszeiten nicht die Kaufkraft steigern. »Ein Kunde, der werktags jeden Euro zweimal umdrehen muss, kann auch sonntags nicht mehr ausgeben, als er hat«, unterstrich der Theologe.
Neue Regelung gilt erst ab 2010
Das Bundesverfassungsgericht hatte am Dienstag die Öffnung von Einzelhandelsgeschäften in Berlin an allen vier Adventssonntagen untersagt. Laut Urteil verletzt die 2006 in Berlin getroffene Regelung das Recht der Kirchen auf Religionsfreiheit.
Allerdings dürfen die Geschäfte an den verbleibenden Adventssonntagen bis Weihnachten noch öffnen. Das Verbot des Bundesverfassungsgerichts greift erst ab dem nächsten Jahr.
Die Kirchen und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di begrüßten die Entscheidung. epd
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Dieser Beitrag wurde am 1.12.2009 um 16.29 Uhr veröffentlicht.
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