Gemeinsames Pastoralkolleg eröffnet
Landeskirchen wollen Qualität des Pfarrberufs sichern

Petra Wallmann
Um die Qualität des Pfarrberufs zu sichern, arbeiten die drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen und die Evangelisch-reformierte Kirche bei der theologischen Fort- und Weiterbildung künftig eng zusammen.
Sie eröffneten jetzt in Schwerte ein gemeinsames Pastoralkolleg. Auch bei der praxisbegleitenden Ausbildung der Vikare kooperieren die vier Kirchen. Das gemeinsame Predigerseminar ist an der Hochschule für Kirche und Diakonie in Wuppertal angesiedelt.
Die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Lippische Landeskirche und die refomierte Kirche hätten sich nicht nur aus finanziellen Gründen bei der Aus- und Fortbildung ihrer Pfarrer zusammengetan, sagte die westfälische Oberkirchenrätin Petra Wallmann bei der Eröffnung.
Es gehe auch darum, dass »starre Grenzen durchlässiger« würden.
Wer viel zu geben habe, müsse im Zusammenspiel mit Brüdern und Schwestern auch viel sammeln. Dazu gehörten geistliches Leben, kollegialer Austausch und Entschleunigung.
Der Münsteraner Theologie-Professor Christian Grethlein forderte ein gründliches Nachdenken über den Pfarrberuf, der sich vor allem durch die finanziellen Probleme der Kirchen verändert habe.
Die Qualität pastoraler Arbeit sei gefährdet und bedürfe kritischer Reflexion.
»Konkret sind das Verhältnis von Pfarrer und Pfarrerin zu Gemeindegliedern und die grundsätzliche Frage nach dem Ziel und den daraus resultierenden Aufgaben von Kirche zu klären«, sagte Grethlein.
Primäre Aufgabe eines Pfarrers sei die Kommunikation des Evangeliums, betonte der Wissenschaftler. Theologische Arbeit besteht nach seinen Worten vor allem aus Lesen, Nachdenken, Meditation, Gebet und kollegialem Gespräch.
»Und dafür bedarf es der Zeit - und nicht nur dann, wenn zufällig eine Zeitlücke entsteht.« Hier seien Pastoralkollegs hilfreich. Grethlein plädiert auch dafür, Pfarrer von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. epd
Dieser Beitrag wurde am 5.3.2010 um 10.25 Uhr veröffentlicht.
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