Grenzgänger
Kirchenämter prüfen Wechsel nach Niedersachsen

Ein idyllisches Fleckchen ist die Gemeinde Stemshorn in Niedersachsen. Die Kirchengemeinde gehört zur westfälischen Kirche. Jetzt wird über eine »Grenzkorrektur« nachgedacht. Foto: www.lemfoerde.de
Ein Grenzort zwischen Niedersachsen und Westfalen beschäftigt seit einiger Zeit die evangelischen Kirchenjuristen.
Die Frage ist, ob die Gemeindeglieder aus Stemshorn bei Diepholz von der westfälischen in die hannoversche Landeskirche wechseln sollen. Derzeit werde geprüft, welche Konsequenzen das hätte, sagte der hannoversche Oberlandeskirchenrat Jürgen Drechsler. »Dabei werden unter anderem Lebensbezüge der Menschen und Traditionen, die sich gebildet haben, überprüft.«
Das Ergebnis sei noch völlig offen.
In den vergangenen Jahren hatten sich mehrere Stemshorner Familien in die hannoversche Gemeinde Lemförde umgemeinden lassen. Ihre Kinder, die dort weiterführende Schulen besuchten, wollten gemeinsam mit ihren Mitschülern zur Konfirmation gehen.
Die hannoversche Landeskirche sei daraufhin auf die westfälische Kirche zugegangen.
»Es gibt immer wieder Überlegungen, die Grenzen der Landeskirche mit den Landesgrenzen in Einklang zu bringen«, sagte der Kirchenjurist Drechsler. »In der Vergangenheit hat es immer wieder kleine Grenzkorrekturen gegeben.«
Anfang der Woche hatte eine große Mehrheit der evangelischen Gemeindeglieder aus Stemshorn gegen einen Wechsel der Landeskirche gestimmt. Die westfälische Kirchengemeinde Dielingen, zu der Stemshorn gehört, hatte die Umfrage initiiert.
Von rund 350 befragten Protestanten votierten nach Angaben der Gemeinde 270 für den Verbleib bei Dielingen und 74 für einen Anschluss an Lemförde.
Vor einem möglichen Wechsel müssen die Synoden beider Kirchen laut Drechsler ein entsprechendes Gesetz beschließen. Dafür seien offizielle Anhörungen und Stellungnahmen nötig. Das Verfahren für ein solches Gesetz habe noch nicht begonnen.
Superintendent Rolf Becker vom westfälischen Kirchenkreis Lübbecke hatte angekündigt, die Abstimmungslisten aus Stemshorn dem Landeskirchenamt in Bielefeld zu übersenden. »Es ist nicht sinnvoll, gegen den erklärten Willen der Betroffenen Grenzveränderungen durchzuführen«, sagte er. epd
Dieser Beitrag wurde am 4.7.2010 um 11.30 Uhr veröffentlicht.
| Kommentare lesen |
|---|
| Eigenen Kommentar schreiben |
|---|
| Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können. Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben Melden Sie sich hier kostenlos an |
| Evangelisch in Westfalen und Lippe |
|---|
| Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich). |
|










