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Geburtstags in der ältesten Bibelanstalt der Welt

<b>Modell  des salomonischen Tempels</b> - zu sehen in de Cansteinschen Bibelanstalt in Halle.

Modell des salomonischen Tempels - zu sehen in de Cansteinschen Bibelanstalt in Halle.

Mit einem Festgottesdienst ist in Dortmund an die Gründung der Cansteinischen Bibelanstalt vor 300 Jahren und der »Werkstatt Bibel« vor 25 Jahren erinnert worden.

Carl Hildebrandt von Canstein habe nimmermüde das Bibelwerk vorangetrieben, sagte der westfälische Präses Alfred Buß in der St. Reinoldi-Kirche. Die von Cansteinsche Bibelanstalt gilt als die älteste Bibelanstalt der Welt. Ziel der vor 300 Jahren gegründeten Bibelanstalt sei die Verbreitung von für jedermann erschwingliche Lutherbibeln, sagte Buß.

Schon in den ersten hundert Jahren seien mehr als zwei Millionen Bibeln gedruckt worden. »Nichts wäre geschehen ohne den Anstoß und das Geld dieses Pietisten«, betonte der leitende Theologe der bundesweit viertgrößten Landeskirche.

Aus Anlass des Jubiläums soll am Gründungsort in Halle am 4. März die Ausstellung »Bibeldruck in Halle« eröffnet werden, in der auch erste Exemplare der im sogenannten Stehenden Satz gedruckten Bücher gezeigt werden. In Dortmund ist am gleichen Tag eine Bibellesung mit Schauspielern geplant.

Am 1. März 1710 veröffentlichte von Canstein (1667-1719) in Halle in Zusammenarbeit mit seinem Zeitgenossen August Hermann Francke (1663-1727) einen »ohnmaßgeblichen Vorschlag« dazu, »wie Gottes Wort den Armen zur Erbauung um einen geringen Preiss in die Hände zu bringen« sei.

Tatsächlich wurden die Bibeln zu einem für damalige Maßstäbe unglaublich geringen Preis verkauft: Das Neue Testament kostete zwei Groschen und die ganze Bibel sechs Groschen. Das entspricht einem heutigen Wert von einem bzw. drei Euro.

Dies gelang durch einen »Stehenden Satz«: Alle ca. 1300 Druckseiten der Bibel wurden mit ca. 5 Millionen Bleilettern auf einmal gesetzt - und dieser komplette Satz wurde für weitere Auflagen dauerhaft stehen gelassen. Bbis zu dieser Errungenschaft wurden beim Bibeldruck immer nur wenige Seiten gesetzt, gedruckt und dann mit denselben Buchstaben die nächsten Seiten gesetzt.

Der Sitz der Bibelanstalt blieb bis zu ihrem finanziellen Ruin im Zweiten Weltkrieg in Halle. Die »Preußische Haupt-Bibelgesellschaft« in Berlin war seit Beginn der Bibelanstalt eng verbunden mit der Institution in Halle.

Die Berliner Dependance, die im Laufe des 20. Jahrhunderts in »Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft« umbenannt wurde, ging im Jahr 2005 in Insolvenz.

Für Westdeutschland wurde 1951 in Bielefeld-Bethel die »von Cansteinsche« Bibelanstalt neu gegründet, ihr Sitz war zunächst in Witten.

Seit 2000 ist die »Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen« beim »Amt für missionarische Dienste« der Evangelischen Kirche von Westfalen angesiedelt. UK/epd

Internet: www.werkstatt-bibel.de; www.canstein-halle.de, www.bibelkabinett.de

Dieser Beitrag wurde am 1.3.2010 um 00.00 Uhr veröffentlicht.

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