Einstimmung auf den Kirchentag
Erzbischof Becker setzt auf wachsende Verständigung

Gut gelaunt vor dem Einzug in die Lemgoer Nicolai-Kirche: Erbischof Hans-Josef Becker und der westfälische Präses Alfred Buß (rechts). Links dahinter der lippische Landessuperintendent Martin Dutzmann. Foto: Uwe Rottkamp
Vor dem ökumenischen Kirchentag in München hat der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker die Bemühungen um eine wachsende Verständigung der beiden Kirchen hervorgehoben.
»Wir setzen unseren Weg nicht gegeneinander oder nebeneinander, sondern miteinander fort«, sagte der Erzbischof bei einem ökumenischen Gottesdienst in Lemgo. Wer auf Gott hoffe, erhalte die Kraft, die Kirchen zu gestalten und zu verändern. Der Ökumenische Kirchentag in München findet vom 12. bis 16. Mai unter dem Motto »Damit ihr Hoffnung habt« statt.
Die Kirchen hätten an Ansehen verloren, beklagte der Theologe: »Nicht nur aufgrund menschlicher Unzulänglichkeiten, sondern auch, weil es uns immer weniger gelingt, als Ansprechpartner vor Ort das Leben der Menschen seelsorglich zu begleiten«.
Längst nicht immer würden die Kirchen als stabile und verlässliche Größen erfahren. Erschwerend komme dazu, dass die Spaltung ein »Stachel im Fleisch« des einen Leibes Christi sei. Die Glaubwürdigkeit nach innen wie nach außen stehe immer wieder auf dem Prüfstand.
In der ökumenischen Feier erinnerte der Erzbischof an Dietrich Bonhoeffer, als »mutigen Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts«.
»Wenn schon die Illusionen bei den Menschen eine so große Macht haben, dass sie das Leben in Gang halten können«, habe Bonhoeffer geschrieben, »wie groß ist dann erst die Macht, die eine begründete Hoffnung hat? Deshalb ist es keine Schande zu hoffen, grenzenlos zu hoffen.«
Christen unterschiedlicher Konfessionen setzten mit »grenzenloser«, begründeter und damit lebendiger Hoffnung den Weg gemeinsam fort, sagte Becker.
In der inzwischen zehnten ökumenischen westfälisch-lippischen Vesper wirkten außerdem mit Bischof Anba Damian (Koptisch-Orthodoxes Patriarchat von Deutschland), Erzpriester Dimitrios Tsompras (Griechisch-Orthodoxe Metropolie Deutschland), Erzbischof Mor Julius Dr. Hanna Aydin (Syrisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland), Präses Alfred Buß (Evangelische Kirche von Westfalen), Pastor Manfred Selle (Evangelisch-methodistische Kirche Detmold), Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann (Lippische Landeskirche) sowie von der gastgebenden evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Nicolai-Lemgo Superintendent Andreas Lange, Pfarrer Rolf-Joachim Krohn-Grimberghe und Pfarrerin Maren Krüger. epd/rot
Dieser Beitrag wurde am 9.5.2010 um 20.18 Uhr veröffentlicht.
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| Christoph Hartlieb schrieb am 10.05.2010 09:41: Den ökumenischen Weg miteinander fortsetzen, wie einfach und "selbstverständlich", wie christlich und befreiend aus dem Munde eines katholischen Oberhirten! |
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