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Letzte Synode für Präses Alfred Buß

Emotionaler Abschied mit minutenlangem Beifall

<b>Buß sagt tschüss</b>: Minutenlang applaudierten die Synodalen dem scheidenden Präses. Foto: gmh

Buß sagt tschüss: Minutenlang applaudierten die Synodalen dem scheidenden Präses. Foto: gmh

Sehr emotional ist der scheidende Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, am Freitag von der Landessynode in Bielefeld verabschiedet worden.

Der 64-jährige Theologe steht seit acht Jahren an der Spitze der 2,5 Millionen Mitglieder zählenden Landeskirche. Er geht Anfang März in den Ruhestand. Dann wird seine Nachfolgerin Annette Kurschus als neue Präses eingeführt. Sie war am Mittwoch gewählt worden.

Das Kirchenparlament feierte Buß zum Abschluss seiner einwöchigen Beratungen mit minutenlangem Beifall.

Der sichtlich bewegte Theologe sagte anschließend, er habe einen Wunsch an seine Kirche: »Bleibt ein Aufbruchunternehmen unter der Führung von Annette Kurschus - Gott weiß wohin, adieu.«

Die Landessynode ging inhaltlich mit politischen Forderungen zu Umwelt- und Gerechtigkeitsfragen zu Ende.

Die Landeskirche fordert ein bundesweites Klimaschutzgesetz und wendet sich gegen die Gewinnung von Gas durch die umstrittene »Fracking«-Methode. Kritik wurde an deutschen Rüstungsexporten und am Umgang mit Flüchtlingen geäußert.

Das nationale Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern, müsse vom Bund verbindlich in einem Klimaschutzgesetz festgeschrieben werden, erklärte das Kirchenparlament. Nach dem beschlossenen Atomausstieg müssten nun zügig erneuerbare Energien und die Energieerzeugung durch Gaskraftwerke und dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung ausgebaut werden.

Die anfängliche energie- und klimapolitische Dynamik habe zudem stark nachgelassen.

Die westfälische Kirche wirkt bei der Entwicklung und Umsetzung des geplanten Klimaschutzgesetzes in Nordrhein-Westfalen mit. Die viertgrößte der 22 deutschen Landeskirchen will auch selbst bis 2020 in Kirchen, Gemeindehäusern und Kindergärten die klimaschädlichen Emissionen um 40 Prozent senken.

Beim Fracking plädiert die Landeskirche für eine verbindliche Umweltverträglichkeitsprüfung.

Störfälle in den USA hätten gezeigt, wie risikobehaftet diese Technologie sei. Um in Gestein eingeschlossenes Gas zu fördern, werden beim Fracking Chemikalien, Wasser und Sand mit hohem Druck in die Erde gepumpt.

Scharfe Kritik äußerte die westfälische Kirche in einer Donnerstagabend verabschiedeten Erklärung an deutschen Rüstungsausfuhren.

Deutschland sei nach den USA und Russland der größte Rüstungsexporteur weltweit und mit elf Prozent am internationalen Waffenhandel beteiligt »Diese bedenkliche Entwicklung muss gestoppt werden.«

Die Friedensbeauftragte der westfälischen Kirche, Annette Muhr-Nelson, sagte zu den Waffengeschäften: »Wir müssen festhalten: Es geht Krieg von deutschem Boden aus.«

In mehreren Beschlüssen forderte die Synode Verbesserungen für Flüchtlinge in Deutschland.

Kettenduldungen müssten abgeschafft und Bleiberecht großzügig gewährt werden. Zudem müssten die Leistungssätze für Asylbewerber deutlich erhöht werden. epd

Dieser Beitrag wurde am 18.11.2011 um 12.43 Uhr veröffentlicht.

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