Jürgen Ebach als Professor an der Ruhr-Uni Bochum verabschiedet
»Ein Gigant, aber ein sensibler«
Professor Jürgen Ebach, Inhaber des Lehrstuhls für Exegese und Theologie des Alten Testaments und Biblische Hermeneutik der Ruhr-Uni Bochum, ist in den Ruhestand verabschiedet worden.
14 Jahre lang hat er sich um die Belange der evangelisch-theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum engagiert. Zum Abschied sprach er über das Thema »Von Generation zu Generation«. Ausgehend von Versen aus dem ersten Kapitel des Buches Kohelet wies Ebach auf den Gehalt biblischer Texte hin: »Weil viele Bibelworte nicht zeitgemäß sind, sagen sie uns das, was wir uns nicht selber sagen können: wir sind von gestern«.
Die Treue zu früheren Generationen werde indes nicht zum Verbot des eigenen Denkens, bilanzierte der renommierte Alttestamentler.
Dekanin Isolde Karle würdigte Ebach als »einen ganz besonderen Menschen«, einen »passionierten Wissenschaftler und Vollblut-Theologen« und »Meister der Kommunikation«.
Jürgen Ebach sei »ein Gigant, aber ein sensibler«, so ihr Fazit.
Daneben erinnerte sie an wichtige biografische Stationen seines bisherigen Lebens: 1945 in Kirchen an der Sieg geboren studierte er Evangelische Theologie und Keilschriftwissenschaften in Hamburg.
Nach der Promotion 1972 erfolgte drei Jahre später die Habilitation in Bochum. Nach Gastprofessuren in Hamburg, Wuppertal und Kiel hatte Jürgen Ebach von 1983 bis 1996 die Professur für Biblische Exegese und Theologie an der Universität Paderborn inne, bevor er 1996 nach Bochum wechselte.
23 Monographien, 140 Aufsätze und zahlreiche weitere Veröffentlichungen zeugen von der Kreativität und Produktivität des Alttestamentlers, der nicht nur im akademischen sondern auch im kirchlichen Bereich prägend ist: So konnte er in der Arbeitsgemeinschaft »Juden und Christen« sowie im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages wichtige Impulse setzen.
Als geradezu überragend gilt seine Übersetzung des Buches Hiob in der »Bibel in gerechter Sprache«.
Überraschend sind viele seiner exegetischen Beobachtungen. Dr. h.c. Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, dankte Ebach in einem schriftlichen Grußwort für sein langjähriges Engagement im landeskirchlichen Prüfungsamt.
Ebach verstehe es, exegetische Erkenntnisse mit literarischen Werken, politischen Ereignissen, sozialethischen Überlegungen und den Erfahrungen aus dem jüdisch-christlichen Dialog zu verknüpfen, so Buß.
Dieser Beitrag wurde am 5.2.2010 um 00.18 Uhr veröffentlicht.
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