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Erinnerung an »grausige Zeiten«

Buß kritisiert »Medienzauber« um Sarrazin

Der westfälischen Präses Alfred Buß hat die breite Berichterstattung über die umstrittenen Thesen von Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin als »besinnungslosen Medienzauber« bezeichnet.

»Dies entsetzt mich«, sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen in einem epd-Interview in Bielefeld. »Die Massenmedien schenken ihm das knappe Gut der öffentlichen Aufmerksamkeit, und er kann sich mit einem gewissen Narzissmus ausbreiten und für sein Buch werben. Sogar in der Bundespressekonferenz.«

Buß widersprach der Auffassung, der Druck auf Sarrazin wegen dessen polemischen Äußerungen über die Integration von Zuwanderern schränke die Meinungsfreiheit ein.

»Sarrazin darf alles sagen, was er denkt - sogar vor laufenden Kameras und gezückten Notizblöcken«, sagte Buß.

Der SPD-Politiker Sarrazin lasse »mit seiner kruden Mischung von genetischen Behauptungen, soziokulturellen Argumenten und Statistikgläubigkeit bewusst Ressentiments der deutschen Geschichte anklingen, die an grausige Zeiten erinnern«.

Es sei schon »perfide, nach der NS-Geschichte in Deutschland von einem 'jüdischen Gen' zu sprechen«. epd

Dieser Beitrag wurde am 8.9.2010 um 13.05 Uhr veröffentlicht.

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