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Arzu Özmen

Trauergottesdienst für ermordete Kurdin

Foto: Polizei

Foto: Polizei

Die Lippische Landeskirche hat sich bestürzt über den gewaltsamen Tod der jungen Detmolder Kurdin Arzu Özmen geäußert.

Die Kirche trauere gemeinsam mit vielen Menschen in Detmold um die 18-jährige Frau, die vor wenigen Tagen ermordet aufgefunden worden sei, erklärte das Landeskirchenamt in Detmold. Zugleich rief die Kirchenleitung angesichts mutmaßlicher religiöser Motive dazu auf, Jesiden und Migranten nicht unter Generalverdacht zu stellen.

In der evangelischen Friedenskirche in Detmold findet am Freitagabend ein Trauergottesdienst statt.

Angesichts mutmaßlicher religiöser Tatmotive erklärte die Kirche: »Keine religiöse Überzeugung rechtfertigt Gewalt gegen Menschen!« Zugleich rief die Kirche dazu auf, Ausländerfeindlichkeit keinen Raum zu geben.

Das vermutete Tatmotiv sei geeignet, ausländerfeindliche und rassistische Menschen in ihrer Überzeugung zu bestätigen.

»Wir warnen davor, nunmehr alle Jesiden oder gar alle Migrantinnen und Migranten unter Generalverdacht zu stellen«, heißt es in der Erklärung der Kirchenleitung. Sie seien und blieben willkommene Mitbürger.

Der Gottesdienst am Freitag solle allen Interessierten die Möglichkeit geben, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen, erklärte die Kirche weiter. Bei der Feier soll auch ein jesidischer Geistlicher ein Gedenkwort sprechen.

Am Samstag ist zudem ein Trauermarsch in Detmold angekündigt, zu dem der Verein Peri aufgerufen hat.

Die Familie gehört der jesidischen Glaubensgemeinschaft an, eine monotheistische Religion, deren Wurzeln in die vorchristliche Zeit Westasiens zurückreichen. In Medienberichten wird ein Ehrenmord vermutet, weil die Familie die Beziehung zu einem jungen Deutschen missbilligt habe.

Die Geschwister, die der Geiselnahme mit Todesfolge beschuldigt werden, sitzen in Untersuchungshaft.

Die Religion der Jesiden steht dem Christentum näher als dem Islam, setzt aber auf strengen Zusammenhalt. So soll eine Heirat mit einem Nicht-Jesiden zum Ausschluss aus der Gemeinschaft führen.

Der Zentralrat der Jesiden betont unterdessen, dass es im Jesidentum keine Ehrenmorde gebe und distanzierte sich von jeglicher Gewalt. epd

Dieser Beitrag wurde am 18.1.2012 um 10.57 Uhr veröffentlicht.

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