Größtes Freiluft-Tauffest in NRW
Taufen im Minutentakt

Bis zu 1500 Besucher nahmen an dem Familiengottesdienst im Innenhof des Braker Schlosses teil. Foto: Uwe Rottkamp
Die runde 100 wurde nur knapp verfehlt: Bei einem gemeinsamen Tauffest sind am Pfingstmontag in Lemgo 96 Kinder unter freiem Himmel getauft worden.
Sieben evangelische Lemgoer Kirchengemeinden hatten zu dieser nach Angaben der Lippischen Landeskirche bislang größte Open Air-Tauffeier in Nordrhein-Westfalen auf das Schloss Brake eingeladen. Nach einem Familiengottedienst im Innenhof des Anwesens wurden die Kinder im Schlosspark in Taufzelten der Gemeinden getauft.
Anschließend fanden sich Eltern, Paten, Taufgäste und auch allerlei Schaulustige zu einem fröhlichen Beisammensein rund um Schloss und Weserrenaissance-Museum ein. Viele Familien hatten dazu auf Handkarren ihre Picknick-Utensilien mitgebracht. Zum Abschluss des Tages stiegen für die Täuflinge Pfingsttauben in den Himmel.
Dabei hatte es zunächst ausgesehen, als ob heftiger Regen aus tiefschwarzen Wolken das Fest sprengen könnte: Kurz vor Beginn des Gottesdienstes scheuchte ein kräftiger Schauer die rund 1500 Besucher von ihren Stühlen auf.
Doch das Wetter beruhigte sich schnell wieder, schließlich wurden Regen- dann sogar zu Sonnenschirmen.
„Den Kindern und ihren Eltern soll mit dem Fest die Möglichkeit geboten werden, die Taufe an einem besonderen Ort und auf besondere Weise zu erleben“, begründete der Cheforganisator des Tauffestes, der Lemgoer Pfarrer Rolf-Joachim Krohn-Grimberghe, die Motivation für die Aktion.
Er bedauerte es in diesem Zusammenhang, das die ausdrücklich eingeladenene katholische Gemeinde nicht an der Tauffeier teilgenommen habe.
Obwohl es eine Bereitschaft zur Teilnahme in den Ortsgemeinden gegeben habe, sei wohl von Seiten des Erzbistums in Paderborn gegen eine gemeinsame Tauffeier entschieden worden, sagte Krohn-Grimberghe. rot
Dieser Beitrag wurde am 25.5.2010 um 09.10 Uhr veröffentlicht.
| Kommentar: Nicht heilig genug? |
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Es ist zurzeit populär, über die katholische Kirche zu schimpfen und zu richten. Nicht alle wohlfeile Kritik ist berechtigt, und oft trifft die Schelte die Menschen an der Basis, die gar nichts dafür können. Doch dies muss gesagt werden: Es ist ärgerlich und grotesk, wie in diesem Fall auf dem Lemgoer Ökumene-Pflänzchen grob herumgetrampelt wird. Die Anweisung, an dem Tauffest nicht offiziell und mit eigenen Täuflingen teilzunehmen, versteht niemand mehr. Sie muss mindestens aus dem Paderborner Erzbistum gekommen sein – denn wie es hieß, mochte selbst Dechant Fussy diese Entscheidung nicht ohne Rücksprache treffen. Bis zu ihm jedenfalls hatten die Veranstalter ihre Einladung vorgetragen. Wie es weiter hieß, sei der Raum der Taufe – der Schlosspark – aus katholischer Sicht nicht geeignet, weil unter anderem nicht geweiht. Nein, kein verspäteter Aprilscherz. Amtskirchlichen Theologen mag es gelingen, aus dem Jordanwasser, in dem Jesus getauft wurde, eine Verbindung zu einem unverzichtbaren geweihten Raum zu konstruieren. Einfache Christen verstehen das nicht mehr. Und wenn man mit katholischen Lemgoer Christen spricht, wollen sie das auch gar nicht mehr verstehen. Es ist gerade zwei Wochen her, da Erzbischof Becker bei der Vesper in Lemgo-St. Nicolai mit Blick auf den Münchener Kirchentag von mehr Mut in Sachen Ökumene sprach. Von Hoffnung, die nicht aufgegeben werden dürfe. Was ist, angesichts des Teilnahmeverbots für das gemeinsame Tauffest, von solchen bischöflichen Bekundungen zu halten? Eucharistie, Abendmahl – einverstanden: Das sind, wenn man es so sehen und glauben will, schwer in Deckung zu bringende Sichtweisen. Gerade die Taufe wurde bisher aber doch immer als DIE verbindende Gemeinsamkeit herausgestellt. Kleiner Tipp dazu am Rande: Wer überflüssige Fragen stellt, muss mit überflüssigen Anweisungen rechnen. Uwe Rottkamp |
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| Anke Beilharz-Wüster schrieb am 26.05.2010 23:06: Toll, absolut toll. |
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