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Konfessionen sollen bleiben

Selbstständigkeit bleibt Diskussionsthema

Andreas Christian Tübler

Andreas Christian Tübler

In der Lippischen Landeskirche ist erneut eine Debatte über eine weitere Selbstständigkeit entbrannt.

Mehrere Kirchenparlamentarier der Lippischen Landessynode plädierten am Freitag in Detmold dafür, die Vor- und Nachteile einer weiteren Eigenständigkeit zu überprüfen. Landessuperintendent Martin Dutzmann betonte, dass eine Eigenständigkeit auch bedeute, sich als Landeskirche in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) einzubringen.

»Kein Entscheidungsdruck«

»Wir haben als kleine Kirche keinen Druck, uns an eine Kirche angliedern müssen«, erklärte der Superintendent der Lutherischen Klasse, Andreas Lange.

Landessuperintendent Dutzmann sprach sich auch für die Beibehaltung der zwei gleichberechtigten Konfessionen lutherisch und reformiert aus. Das besondere Verhältnis der beiden Konfessionen sei ein Reichtum.

»Wenn wir merken, dass uns die strukturelle Eigenheit daran hindert, das Evangelium zu verkünden, dann müssen wir handeln.« Das sei aber noch nicht der Fall.

Das Kirchenparlament will am Samstag in einem Beschluss zur Perspektive der Lippischen Landeskirche Stellung nehmen.

Die Lippische Landeskirche ist mit 185.000 Gemeindemitgliedern die fünftkleinste der EKD-Landeskirchen.


Wichtiger Blick über den Kirchturm

Für mehr Zusammenarbeit zwischen den Kirchengemeinden plädierten Theologieprofessoren aus Heidelberg und Siegen. Der Blick über den Kirchturm hinaus sei heute wichtiger denn je, sagte der Heidelberger Theologieprofessor Wilfried Härle.

Entscheidend sei jedoch, dass die Zusammenarbeit von allen Beteiligten gewollt sei. Er warnte vor einem »kirchenleitendes Eingreifen mit der Brechstange«.

Auch der Siegener Theologieprofessor Georg Plasger sprach sich für mehr Kooperationen zwischen Kirchengemeinden aus. Einzelne Gemeinden seien vielfach überfordert, wenn sie alles alleine machten. Plasger plädierte dafür, Aufgaben unter den Gemeinden aufzuteilen.

Unter dem Schwerpunkt »Kirche sein - in Lippe« debattiert das Kirchenparlament bis heute nachmittag darüber, wie die fünftkleinste Landeskirche ihre Aufgaben angesichts weniger werdender Mitglieder und zurückgehender Finanzen erfüllen kann.

Am Samstag soll auch über ein Personalkonzept für Pfarrer beraten werden.

Darin wird vorgeschlagen, ab 2013 jedes Jahr einen Theologen neu in den Pfarrdienst aufzunehmen. In den kommenden Jahren würden viele Pfarrer in den Ruhestand gehen, heißt es in der Begründung. Mit maßvollen Neueinstellungen solle daher der langfristige Bedarf gesichert werden.

Kirchenrat Tübler wird verabschiedet

Der Theologe Andreas-Christian Tübler, der zur Evangelischen Militärseelsorge nach Hamburg wechselt, wird im Anschluss an die Synode am Samstag in einem Gottesdienst verabschiedet. Der Theologische Kirchenrat bildet zusammen mit dem Juristischen Kirchenrat und dem Landessuperintendenten das Kollegium als Leitungsorgan des Landeskirchenamtes.

Die Stelle des Theologischen Kirchenrats in der Lippischen Landeskirche soll zu den bisher geltenden Bedingungen wiederbesetzt, aber inhaltlich profiliert und konzentriert werden. Damit folgt die Synode der Empfehlung der Konzeptgruppe, die sich im Perspektivprozess der Lippischen Landeskirche mit der Struktur des Kollegiums und der Wiederbesetzung der Stelle des Theologischen Kirchenrats beschäftigt hatte.

Die Synode hatte eine Stellenreduzierung diskutiert, aber u.a. wegen der Aufgabenvielfalt des Amtes nicht weiterverfolgt. Es soll allerdings eine Profilschärfung in den Zuständigkeiten des Theologischen Kirchenrats, der Dezernent u.a. für die Bereiche Bildungsarbeit, Jugendarbeit, Kirchenmusik, Kirche und Schule, Bibliothek und Öffentlichkeitsarbeit ist, vorgenommen werden.

Künftige Schwerpunkte sollen die Arbeit an theologischen Grundsatzfragen und die Verantwortung für Bildungsarbeit sein.

Die Wahl wird im Rahmen der Herbstsynode im November 2010 stattfinden.

Der bisherige Theologische Kirchenrat, Andreas-Christian Tübler, nimmt voraussichtlich ab August Aufgaben in der Evangelischen Militärseelsorge in Hamburg wahr. epd/UK

Dieser Beitrag wurde am 19.6.2010 um 07.42 Uhr veröffentlicht.

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