Kirchenälteste in Angst um ihre Familien
Morddrohungen: Polizei ermittelt
Nach Morddrohungen gegen Kirchenälteste in der lippischen evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Schlangen bei Detmold ermittelt die Polizei.
Die Ermittlungen seien eingeleitet, auch die Staatsanwaltschaft sei informiert, sagte ein Sprecher der Polizei Detmold am Freitag dem epd. Nach den anonymen Drohungen traten zwölf Kirchenälteste des 22-köpfigen Kirchenvorstands zurück.
Hintergrund sind seit Jahren schwelende Streitigkeiten in der Kirchengemeinde unter anderem über die Zukunft kirchlicher Stellen und Einrichtungen.
Die anonymen Drohungen und Anschuldigungen mit Insiderwissen hätten deutlich gemacht, dass trotz aller Bemühungen die Arbeit auf sachlicher Ebene in diesem Gremium nicht möglich sei, heißt es in einer auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlichten Erklärung der zurückgetretenen Kirchenvorstandsmitglieder.
Es müssten schwierige Entscheidungen gefällt werden, »für die wir keine Alternative, aber auch keine einvernehmliche Lösung sehen«.
Der Rücktritt geschehe, um weiteren Schaden von ihnen selbst, ihren Familien und von der Gemeinde abzuwenden.
Zeitungsberichten zufolge hatten sich die zwölf zurückgetretenen Kirchenältesten nach einer Befürwortung eines Trägerwechsel einer Diakoniestation massiven anonymen Drohungen ausgesetzt gesehen.
Das jüngste anonyme Schreiben, das aus ausgeschnittenen Buchstaben besteht, habe Todesdrohungen gegen mehrere Mitglieder enthalten, hieß es.
Die Empfängerin habe daraufhin Anzeige bei der Polizei erstattet.
Die Lippische Landeskirche bedauerte den Rücktritt der Kirchenvorstandsmitglieder. Wenn ein Kirchenvorstand wegen ungenügender Mitgliederzahl beschlussunfähig sei, werde das vom Landeskirchenamt zunächst festgestellt, erklärte das Landeskirchenamt in Detmold.
Nach einer zweiwöchigen Beschwerdefrist könne der Landeskirchenrat Bevollmächtigte ernennen, die gemeinsam mit den Pfarrern die Aufgaben des Kirchenvorstands wahrnehmen.
Der Termin für die Kirchenvorstandswahlen ist der 5. Februar.
Das Landeskirchenamt begleite die Wahlvorbereitungen und die Wahl selbst.
Zu Zerwürfnissen in der Kirchengemeinde hatte bereits ein Streit über die Entlassung eines Jugendarbeiters und Kantors vor einigen Jahren geführt. Die ursprüngliche Klasse (Kirchenkreis) wurde zu Jahresbeginn aufgelöst und die Gemeinden den Nachbarklassen zugeordnet. epd
Dieser Beitrag wurde am 25.11.2011 um 13.28 Uhr veröffentlicht.
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