Konzept gegen drohenden Pfarrermangel
Lippische Kirche lockert Einstellungsstopp für Pfarrer

Die Synode der Lippischen Landeskirche beschloss unter anderem ein neues Personalkonzept für Pfarrer. Foto: Uwe Rottkamp
Die Lippische Landeskirche will ab 2013 wieder neue Pfarrer einstellen, um einen drohenden Pfarrermangel zu verhindern.
Die Landessynode beschloss ein Personalkonzept, das eine Lockerung des seit 2006 geltenden Einstellungsstopps vorsieht. Außerdem sollen die Pfarrstellen und Studienplätze für Bewerber aus anderen Landeskirchen geöffnet werden. Die Synode plädierte auch dafür, Bedingungen für die weitere Eigenständigkeit der fünftkleinsten Landeskirche zu überprüfen.
Trotz nötiger Einsparungen müsse langfristig die Versorgung mit Pfarrern gesichert werden, erklärte der Lippische Landessuperintendent Martin Dutzmann vor der Landessynode.
In späteren Jahren zeichne sich eine Reihe von Pensionierungen ab. Deswegen sollen dem Synodenbeschluss zufolge ab 2013 maßvoll junge Theologen eingestellt werden.
Theologen sollen auch vorübergehend mit besonderem Auftrag beschäftigt werden können, solange keine Pfarrstelle frei sei.
Bis 2012 solle jedoch zunächst am Sparkurs in der Landeskirche festgehalten werden. In den vergangenen Jahren waren die Pfarrstellen von 120 Stellen im Jahr 1993 auf derzeit rund 92 reduziert worden.
In einem Beschluss zum Schwerpunktthema »Kirche sein in Lippe« betonte die Synode die Gleichberechtigung der beiden Konfessionen evangelisch-lutherisch und reformiert.
Das Vorhandensein der zwei unterschiedlichen Prägungen sei eine Chance, Menschen das Evangelium in verschiedenen Formen zu verkündigen. Die Gleichberechtigung der beiden Bekenntnisse innerhalb einer Landeskirche ist bundesweit einzigartig.
Für die Verkündigung in der Lippischen Landeskirche seien gemeindliche wie übergemeindliche Dienste gleichermaßen wichtig.
Das Kirchenparlament sprach sich außerdem für einen gesetzlichen Mindestlohn aus.
Damit sollten Arbeitnehmer ohne staatliche Transferleistungen ihren Lebensunterhalt angemessen bestreiten können, hieß es.
Mit Blick auf die Umstrukturierung des Diakonischen Werkes in Lippe erklärte der Juristische Kirchenrat Arno Schilberg, dass ein Großteil der Arbeitsbereiche an Mitgliedseinrichtungen der Diakonie übertragen werden solle.
Das Diakonische Werk werde künftig als Spitzenverband überwiegend für die Koordination und Förderung der diakonischen Arbeit zuständig sein.
Ziel der Neuausrichtung sei eine klarere Aufgabentrennung sowie Einsparungen. Mitarbeitervertreter der Diakonie äußerten am Rande der Synodaltagung Skepsis über eine Weiterführung aller Arbeitsbereiche.
In einem Gottesdienst nach der Synode ist der Theologische Kirchenrat der Lippischen Landeskirche, Andreas-Christian Tübler, aus seinem Amt verabschiedet worden.
Der 53-jährige Theologe wechselt im August zur Evangelischen Militärseelsorge nach Hamburg. Ein Nachfolger soll im November auf der Herbstsynode der fünftkleinsten Landeskirche gewählt werden.
Der Theologische Kirchenrat bildet zusammen mit dem Juristischen Kirchenrat und dem Landessuperintendenten das Kollegium als Leitungsorgan des Landeskirchenamtes. Er ist zudem als Dezernent für Arbeitsfelder wie Kirche und Schule, Jugendarbeit, Kirchenmusik und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. epd
Dieser Beitrag wurde am 21.6.2010 um 08.21 Uhr veröffentlicht.
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