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Klingelbeutel mit Geheimzahl

<b>Spenden mit PIN und Quittung:</b> Superintendent Andreas Lange nahm heute den »elektronischen Klingelbeutel« in Betrieb. Foto: Uwe Rottkamp

Spenden mit PIN und Quittung: Superintendent Andreas Lange nahm heute den »elektronischen Klingelbeutel« in Betrieb. Foto: Uwe Rottkamp

Wer in der Lemgoer St. Nicolai-Kirche Geld spenden will, kann dies ab sofort mit EC-Karte und PIN-Nummer tun.

Superintendent und Gemeindepfarrer Andreas Lange nahm jetzt einen „elektronischen Klingelbeutel“ in Betrieb. Der Automat, der im Vorraum des Gotteshauses steht, ist nach der Augsburger St.-Anna-Kirche der zweite seiner Art in einer evangelischen Kirche.

Die Kirchengemeinde habe sich für diese moderne Art des Spendensammelns entschieden, um so die laufende Unterhaltung des Gotteshauses bestreiten zu können, sagte Lange. Allein die Kosten für Heizung und Strom betrügen jährlich 20.000 Euro.

Außerdem sei mit Sicherheit in 50 Jahren die nächste Renovierung fällig – auch dafür müsse jährlich gespart werden.

Für den Online-Betrieb des EC-Terminals wurde eigens eine Telefonleitung in die Kirche gelegt. Die Betriebs- und Mietkosten übernimmt den Angaben nach ein heimisches Geldinstitut.

Superintendent Lange rechnet im Vergleich zur Spendenbüchse mit einem deutlich höheren Spendeneingang: „Wir haben viele Tagestouristen, die schon häufig nach einer bargeldlosen Spendenmöglichkeit gefragt haben.“ In der St.-Anna-Kirche sei das Spendenaufkommen jedenfalls „quasi explodiert“.

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende St. Nicolai-Kirche ist in den zurückliegenden eineinhalb Jahren mit einem Kostenaufwand von rund 3,3 Millionen Euro umfassend saniert worden.

Sie soll am dritten Advent in einem Festgottesdienst und anschließendem Festakt wiedereröffnet werden, an dem NRW-Bauminister Oliver Wittke das Hauptreferat hält. Zum Abschluss des 3. Advent erklingt am Abend das Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel.

Um den notwendigen Eigenanteil an den Sanierungskosten aufzubringen, hat die St.-Nicolai-Gemeinde zahlreiche Ideen entwickelt. Neben Kugelschreibern, Kaffeetassen und ähnlichen Utensilien mit Werbeaufdruck konnte man beispielsweise auch Kräuterschnaps in Mini-Fläschchen mit Kirchenlogo erwerben.

Und bevor die Kirche für die Bodensanierung geschlossen wurde, lud die Gemeinde spendable Gönner zu einem festlichen, gesponserten Essen in den bereits ausgeräumten Gottesdienstraum ein.

Die Renovierung der St.-Nicolai-Kirche ist bereits die zweite umfassende Kirchenrenovierung in der Lemgoer Kernstadt: Vor wenigen Jahren war die benachbarte St.-Marien-Kirche saniert worden, nachdem die auf sandigem Boden errichteten Fundamente nachgaben und das Gotteshaus einzustürzen drohte.

Internet: www.nicolai-lemgo.de

Dieser Beitrag wurde am 11.12.2008 um 12.28 Uhr veröffentlicht.

Tondokument: Herr Superintendent Lange, Sie waren jetzt ein Jahr lang Bauherr. Wie sieht Ihr Überstundenkonto aus?
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Tondokument: 3,5 Millionen Euro Baukosten - das ist nicht wenig. Manche meinen nun, dass man so viel Geld lieber in lebendige Gemeindearbeit statt in tote Steine investieren soll. Was sagen Sie diesen Menschen?
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Tondokument: Es ist in Ihrer Gemeinde nun lange im viel Geld gegangen. Verdrängt das Monetäre da nicht die eigentliche Gemeindearbeit?
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Web-Cam in der Kirche

Im Zuge der Renovierung hat die St. Nicolai-Kirche auch einen Anschluss für eine Web-Cam bekommen. Allerdings soll dieser Anschluss für Übertragungen ins Internet nur zu besonderen und vorher bekannt gegebenen Anlässen genutzt werden. Superintendent Lange: »Das ist dann nicht anders wie bei einem Fernsehgottesdienst: jeder, der kommt, weiß das vorher.« Damit niemand befürchten muss, in der Kirche heimlich gefilmt zu werden, wird die Kamera nur zu diesen angekündigten Anlässen angeschlossen und ansonsten im Technik-Depot aufbewahrt.

Kommentare lesen
Friedrich schrieb am 11.12.2008 17:14:

Hallo Leute, dazu gibt es auch einen Thread "Wenn das Geld im Kasten klingt" im Forum "Glaube Kirche Ökumene". Da geht's auch um die andere Seite der Medaille ... Adventliche Grüße nach Lemgo und anderswo von Friedrich.

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