Lippische Landessynode
Kirche soll an Spar- und Konsolidierungskurs festhalten

Die lippische Landessynode soll heute unter anderem den Haushalt für 2012 beschließen. Foto: Uwe Rottkamp
Die Synode der Lippischen Landeskirche setzt ihre Tagung heute mit den Beratungen zum Haushalt für 2012 fort.
Auf der Tagesordnung steht unter anderem auch eine weitere Verringerung und Zusammenlegung von Pfarrstellen sowie die Überführung eines Beratungszentrums der Diakonie in die Lippische Landeskirche. Gestern hatte Landessuperitendent Martin Dutzmann in seinem Bericht des unter anderem eine europäische Lösung für den Umgang mit Flüchtlingen gefordert.
Dutzmann rief auch zu mehr persönlichem Engagement gegen Klimawandel auf.
Eine gute Konjunktur beschert der fünftkleinsten evangelischen Landeskirche im kommenden Jahr voraussichtlich mehr Kirchensteuereinnahmen als vorher angenommen. Die Kirche müsse aber an ihrem Spar- und Konsolidierungskurs festhalten, erklärte der Juristische Kirchenrat Arno Schilberg.
Mehr als 40.000 Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern seien zwischen Januar und September in überfüllte Lager auf EU-Gebiet gebracht worden, erklärte Dutzmann. Rund 1.200 hätten die Flucht nicht überlebt. Mit der Verteilung von schutzbedürftigen Menschen allein werde es nicht getan sein.
„Wer Flüchtlinge aufnimmt, muss auch für ihre Integration in die aufnehmende Gesellschaft sorgen“, unterstrich der oberste Repräsentant der Lippischen Landeskirche. Außerdem müssten nun auch die europäischen Kirchen eine gemeinsame Position finden.
Um den Klimawandel zu verlangsamen, bedarf es nach Auffassung Dutzmanns nicht allein politischer Initiativen.
Nötig sei vor allem die „Veränderung unseres Lebensstils“. Das geschehe an vielen kleinen Orten mit vielen kleinen Schritten, auch in der Lippischen Landeskirche.
Besorgt äußerte sich der lippische Landessuperintendent über die hohe Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland.
Es bleibe Auftrag der Kirche, Menschen in einem Schwangerschaftskonflikt zu beraten und Eltern zur Seite zu stehen, unterstrich Dutzmann.
Für das nächste Jahr rechnet die Lippische Landeskirche mit rund 29 Millionen Euro an Kirchensteuereinnahmen.
Das entspreche dem Niveau des laufenden Jahres, erläuterte der Juristische Kirchenrat Schilberg. Die positive Entwicklung sei vor allem der guten Konjunktur und der geringen Arbeitslosigkeit zu verdanken. Doch wenn das Kirchensteueraufkommen jedes Jahr um nur ein Prozent aufgrund der demografischen Entwicklung sinke, nehme die Kirche 2020 nur noch 26 Millionen Euro ein, mahnte er.
Pro Jahr verliere die Landeskirche rund 2.700 Gemeindemitglieder, derzeit sind es noch rund 180.000.
Der evangelische Beauftragte beim Landtag NRW, Rolf Krebs, warb in seinem Grußwort dafür, in der Öffentlichkeit stärker deutlich zu machen, dass Kirchen nicht vom Staat finanziert würden. Kirchen seien mit Kindergärten und Krankenhäusern stellvertretend für den Staat tätig, unterstrich er.
Das neue Schulgesetz in Nordrhein-Westfalen würdigte er in seinem Grußwort als eine „Erfolgsgeschichte, an der unsere Kirchen beteiligt waren“.
Die Änderungen zum Kinderbildungsgesetz (KiBiz) kritisierte Krebs hingegen als weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Kirchen würden gegenüber anderen Trägern benachteiligt. epd/rot
Dieser Beitrag wurde am 22.11.2011 um 08.31 Uhr veröffentlicht.
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