UK - Unsere Kirche > Startseite
Dienstag, 22.05.2012
Sie sind hier: UK  > Kirche > Lippe > »Keine Religion rechtfertigt so etwas«

Die UK-Weblogs

Chefsache

Unfairer Alarm-Journalismus

4. Stock, links

Bibel-Blog hier!

Umfrage

Hannelore Kraft - die neue Hoffnung der SPD?

Jau! Hannelore, Du wirst unsere neue Bundeskanzlerin!

Bloß nicht. Du hast versprochen, in NRW zu bleiben.

Bloß nicht. Du wirst eh überschätzt.

Ergebnis ansehen

Werbung

Werbung

Abschied von Arzu Özmen

»Keine Religion rechtfertigt so etwas«

<b>Mehr als 250 Trauergäste </b> nahmen in der vollbesetzten Remmighauser Friedenskirche Abschied von Arzu Özmen. Fotos: Uwe Rottkamp

Mehr als 250 Trauergäste nahmen in der vollbesetzten Remmighauser Friedenskirche Abschied von Arzu Özmen. Fotos: Uwe Rottkamp

Mit einem Trauergottesdienst haben am Freitagabend in Detmold rund 250 Menschen Abschied von der getöteten 18-jährigen Arzu Özmen genommen.

»Wir sind sehr erschrocken über den gewaltsamen Tod«, sagte der evangelische Pfarrer Dieter Bökemeier in der vollbesetzten Friedenskirche in Detmold-Remmighausen. Die vermuteten Gründe dieses Mordes, »ein völlig irregeleitetes Ehrenverständnis«, lasse einem jegliche Worte fehlen.

Bökemeier appellierte aber zugleich an die Trauernden, nicht dem Hass Raum zu geben.

»Was jetzt nicht passieren darf, ist, dass ganze Bevölkerungsgruppen unter Generalverdacht geraten«, sagte der Pfarrer. Scharf kritisierte der Theologe Versuche von rechtsextremen Gruppen, den Mordfall zu instrumentalisieren. »Es ist erbärmlich, so die Trauer auszunutzen«, erklärte er.

<b>Abschied mit Kerzen</b>: von links Camilla Pfaffhausen, Dieter Bökemeier, Ibraim Husseyn, Pir Ömer Oduncu und Martin Hankemeier.

Abschied mit Kerzen: von links Camilla Pfaffhausen, Dieter Bökemeier, Ibraim Husseyn, Pir Ömer Oduncu und Martin Hankemeier.

Gemeinsam mit dem jesidischen Geistlichen Pir Ömer Oduncu unterstrich Bökemeiers Kollege, der evangelische Pfarrer Martin Hankemeier, dass so genannte Ehrenmorde in keiner Religion erlaubt seien – weder bei den Jesiden noch im Islam.

»Diese Art von Selbstjustiz ist Sünde und hat ihre Wurzeln in archaischen Stammesstrukturen und im Nahen Osten – dort leider auch unter Christen«, sagte Hankemeier.

Pir Oduncu sprach von tiefer Erschütterung in den jesidischen Gemeinden. Nichts rechtfertige diese Tat: »Mord und Gewalt sind niemals mit einer Religion in Einklang zu bringen.« Der Geistliche sang in kurdischer Sprache einen Ausschnitt aus dem jesidischen »Gebet für den Augenblick des Todes«.

Nach dem Gottesdienst entzündeten die Trauergäste Kerzen unter dem Porträtbild der getöteten jungen Frau – viele mit Tränen in den Augen.

Die aus einer kurdischen Familie stammende junge Frau aus Detmold war vor wenigen Tagen bei Lübeck tot aufgefunden worden. Die Familie gehört der jesidischen Glaubensgemeinschaft an, einer monotheistischen Religion, deren Wurzeln in die vorchristliche Zeit Westasiens zurückreichen.

In Medienberichten wird ein »Ehrenmord« vermutet, weil die Familie die Beziehung zu einem jungen Deutschen missbilligt habe.

Die Geschwister, die der Geiselnahme mit Todesfolge beschuldigt werden, sitzen in Untersuchungshaft.

Am Samstag soll ein Trauermarsch in Detmold stattfinden, zu dem der Verein für Menschenrechte und Integration »Peri« aufgerufen hat. Berichten zufolge will auch die rechtspopulistische Bewegung »PRO NRW« mit einer Delegation daran teilnehmen. epd/rot

Dieser Beitrag wurde am 21.1.2012 um 04.31 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Eigenen Kommentar schreiben
Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können.
Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben
Melden Sie sich hier kostenlos an
Evangelisch in Westfalen und Lippe
Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich).
Karte