Lippische Synode berät Zukunft
Erste Beschlussvorlagen im Perspektivprozess

Erste Ergebnisse im Zukunftsprozess beraten die Mitglieder der lippischen Synode (im Bild die Frühjahrstagung) heute und morgen in Stapelage. Foto: Uwe Rottkamp
Die Herbstsynode der Lippischen Landeskirche kommt heute und morgen im Tagungshaus Stapelage zusammen.
Neben dem Bericht des Landeskirchenrates und dem Haushalt 2010 stehen erste Beschlussvorlagen im Perspektivprozess der Lippischen Landeskirche vorgelegt. Innerhalb dieses Prozesses will sich die Landeskirche zukunftssicher machen.
Die Konzeptgruppe, die sich im Perspektivprozess mit möglichen Einsparungen bei „Strukturen, Tagungshäusern und Querschnittsaufgaben“ befasst, schlägt unter anderem die Fusion der Theologischen Bibliothek mit der Lippischen Landesbibliothek zum 1. Januar 2011 vor. Die Landeskirchliche Bibliothek sei zu kostenintensiv, ein Überdenken der bisherigen Strukturen erforderlich.
Theologische Bibliothek in eigener Regie aufgeben
Dabei sei von größter Wichtigkeit, dass die Landeskirchliche Bibliothek mit ihrem Bestand für Lippe und für die Benutzer aus der Region am Standort Detmold erhalten bleibe, dass der Bestand weiter gepflegt und für den Benutzerkreis auch in Zukunft aktuelle Literatur vorgehalten werde. Beide Voraussetzungen seien bei einer Zusammenlegung mit der Lippischen Landesbibliothek gewährleistet.
Tagungshaus Stapelage ist nicht wirtschaftlich zu führen
Weiterhin schlägt die Konzeptgruppe vor, den Tagungs- und Übernachtungsbetrieb in Tagungshaus Stapelage zum 1. Juni 2010 einzustellen, da das Haus trotz verschiedener Sparmaßnahmen auch langfristig nicht wirtschaftlich zu führen sei.
Das Grundstück solle unter Berücksichtigung des an die Stiftung Eben-Ezer vermieteten Hausteils nach Möglichkeit verkauft werden. Es werde angestrebt, für das in Haus Stapelage tätige Personal sozialverträgliche Lösungen zu finden.
Haushalt im Zeichen sinkender Einnahmen
Der Haushalt 2010 steht unter dem Zeichen sinkender Einnahmen aus der Kirchensteuer. Dr. Arno Schilberg, Juristischer Kirchenrat: „Die Wirtschafts- und Finanzkrise wirkt sich etwas zeitversetzt auf unsere Einnahmesituation aus. Hinzu kommen Steuergesetzänderungen, die sich ebenfalls negativ auswirken. Wir erwarten, dass unsere Kirchensteuern innerhalb von zwei Jahren um ca. 15 % gegenüber 2008 sinken werden.“
Fünf Millionen Euro weniger
Zurzeit betrage das Minus fast 7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Ergebnis habe 2008 noch bei fast 33 Mio. Euro gelegen. „Für 2010 rechnen wir nur noch mit 28 Mio. Euro.“
Trotz erheblicher Reduzierungen in vielen Bereichen sei erneut eine Rücklagenentnahme in Höhe von 3 Mio. Euro erforderlich. UK
Dieser Beitrag wurde am 23.11.2009 um 09.32 Uhr veröffentlicht.
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