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Konsultation reformierter Kirchen

Deutsch-polnisches Verhältnis noch immer gespannt

Jacek Françzek

Jacek Françzek

Das deutsch-polnische Verhältnis ist nach Einschätzung des Konsuls der Republik Polen in Nordrhein-Westfalen, Jacek Françzek, in Teilen der polnischen Bevölkerung noch immer von Spannungen gekennzeichnet.

Siebzig Jahre nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen seien in seiner Heimat viele Wunden noch nicht verheilt, sagte Françzek in Lage-Stapelage bei Detmold. »Der Versöhnungsprozess ist eine stetige Herausforderung und bedarf nach wie vor stetiger Pflege«, betonte der Konsul vor Gästen aus Kirche und Politik.


Konfliktpunkt Vertriebenen-Zentrum

Er äußerte sich im Rahmen einer Konsultation der reformierten Kirchen aus Polen, Litauen und Lippe. Als einen aktuellen Konfliktpunkte nannte Françzek die Personaldiskussion um die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, und ihren Kampf für ein Vertriebenen-Zentrum in Berlin.

Andererseits werde sehr wohl das deutsche Engagement gesehen, ohne das die Aufnahme Polens in die NATO und die Europäische Union so schnell nicht möglich gewesen wäre.


Kirchen haben eine wichtige Rolle gespielt

Die Kirchen hätten in dem Prozess der Integration Polens immer eine wichtige Rolle gespielt, lobte Françzek. Er appellierte an die Verantwortlichen, in dem Bemühen um die gemeinsame Gestaltung der Zukunft nicht nachzulassen und dabei einen ehrlichen Umgang miteinander zu pflegen.

Vor allem dürften jene Länder nicht vergessen werden, die jetzt an den verschobenen europäischen Außengrenzen liegen: »Auch diese Staaten müssen eine europäische Perspektive bekommen.«


Die Staaten im Osten nicht vergessen

Die Konsultationen der reformierten Kirchen in Polen und Lippe führen seit 25 Jahren regelmäßig die Kirchenleitungen zu Gesprächen zusammen. Seit 18 Jahren ist die reformierte Kirche in Litauen als dritter Partner dabei. epd

Dieser Beitrag wurde am 2.9.2009 um 09.02 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Schallblech schrieb am 02.09.2009 12:25:

Das ist ähnlich wie Ökumene: An der Basis funktioniert es. Seit mein Mann vor ein paar Jahren auf Spurensuche nach seinen Vorfahren ging, haben wir sehr gute, liebevolle Kontakte in verschiedenen Regionen Polens geknüpft. Die Menschen, die heute im Hause seines Urgroßvaters leben, sind ja selber Vertriebene bzw Kinder von Vertriebenen aus anderen Gegenden des früheren Polen! Sie haben großes Verständnis für sein Suchen und auch für das Bedürfnis nach einem Vertriebenenzentrum.

Aber auch, wenn man einfach nur als Tourist nach Polen reist: Die meisten Menschen kommen Deutschen sehr freundlich und hilfsbereit entgegen. Fast alle jüngeren Leute können englisch, viele lernen deutsch. Ressentiments haben wir nie erlebt.

Das "offizielle" Polen muß wohl aus politischen und historischen Gründen von "Spannungen" reden - künftige Generationen werden das nicht mehr nachvollziehen können und wollen.

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