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Ex-Bischöfin Käßmann

»Mehr Fantasie für Frieden in Afghanistan«

<b>Margot Käßmann </b>im Gespräch auf dem »Roten Sofa« der Kirchenpresse. Foto: gmh

Margot Käßmann im Gespräch auf dem »Roten Sofa« der Kirchenpresse. Foto: gmh

Ex-Bischöfin Margot Käßmann hat Fantasie für die friedliche Konfliktlösung in Afghanistan eingefordert.

Es müssten Wege zum Dialog mit den radikalislamischen Taliban gesucht werden, sagte die populäre Theologin am Freitag auf dem Kirchentag in Dresden. »Ohne Dialog mit allen Gruppen geht es nicht.« Gleichzeitig rief sie dazu auf, mehr Geld in Friedensprojekte und -Organisationen in dem Land am Hindukusch zu investieren.

»Ich bin keine Afghanistan-Expertin«, sagte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland weiter.

Aber es sei die Rolle von Christen, den Krieg zu hinterfragen. Vor anderthalb Jahren hatte Käßmann mit dem Satz »Nichts ist gut in Afghanistan« eine breite Debatte über das Bundeswehr-Engagement in Afghanistan ausgelöst.

Bei dem Gespräch auf dem »Roten Sofa« der Kirchenpresse verwies Käßmann zudem auf das spirituelle Bedürfnis vieler Menschen: »Ganz viele Menschen erleben Brüche«, sagte die Theologin.

Zu dem gesteigerten Interesse an Pilgerwanderungen sagte Käßmann: »Die Menschen wollen den Glauben spüren.« Pilgern sei eine urchristliche Form der Spiritualität. »Glauben hat viele Facetten, das Pilgern ist eine.« epd

Friedensforscher und Theologen uneins

Dieser Beitrag wurde am 4.6.2011 um 11.17 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Fasten2010 schrieb am 04.06.2011 16:23:

Frau Käßmann fordert mehr Fantasie für den Frieden in Afghanistan und möchte lieber mit den Taliban beten, als sich militärisch mit Ihnen auseinanderzusetzen. Abgesehen davon, dass sich die Äußerungen von Frau Käßmann anhören wie aus einem Baukasten für inhaltslose aber schön klingende Hülsen zusammengesetzt, wäre es doch eine schöne Idee, wenn die EKD eine Auslandspfarrstelle in Kundus einrichten würde und Frau Käßmann die Gelegenheit gäbe, dort fantasievoll zu wirken, ist sie doch immer noch auf der Suche nach einer Aufgabe (nach ihrem Bischofsamt, der Auszeit und ihrer Gastprofessur). Taten nicht nur Worte! Oder Frau Käßmann kehrt zu einer differenzierten Sicht auf die gegenwärtige politische Lage zurück, aber das ist natürlich schwieriger und bedient den Geltungsdrang nicht so sehr.

denkglaub schrieb am 05.06.2011 02:19:

Naja, hallo fasten2010, wenn ich mir vorstelle, dass man für ein einziges abgeschossenes Militärflugzeug ein oder sogar mehrere komplette Krankenhäuser nach West-Standard bauen und einrichten kann, und wenn ich mir vorstelle, was man für alle eingesetzen Waffen an zivilen Projekten starten könnte -
dann dürften sich ruhig mehr Kirchenmenschen für mehr nicht-militärisches Engagement in Afghanistan einsetzen.

Nicht, dass ich alles ok finde, was Käßmann sagt und schreibt.
Aber warum muss man in der Christenheit Menschen, die an einer Stelle einfach mal recht haben, immer gleich runter machen, nur weil sie irgendwie prominent sind?

Es ist und bleibt ein Skandal, wieviel Geld für Militär da ist und wie wenig Geld für Zivilen Dienst, wieviel für Panzer und wie wenig für Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser.

Prominenten-bashing sollte keine christliche Tugend sein, und ist es doch zu oft.

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