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Dresden 2011

Kirchentag beleuchtet aktuelle gesellschaftliche Debatten

<b>Gute Stimmung</b>: 118.000 Dauerteilnehmer haben sich für den Kirchentag in Dresden angemeldet. Foto: gmh

Gute Stimmung: 118.000 Dauerteilnehmer haben sich für den Kirchentag in Dresden angemeldet. Foto: gmh

Krieg und Frieden, Integration und Ökumene:Aktuelle gesellschaftliche und kirchenpolitische Fragen haben die ersten Debatte des evangelischen Kirchentages in Dresden geprägt.

Insbesondere über die Auslandseinsätze der Bundeswehr wurde am Donnerstag intensiv diskutiert, nachdem am Morgen erneut eindeutscher Soldat in Afghanistan getötet wurde. 5.000 Gäste verfolgten zudem eine Gesprächsrunde zum Thema Integration mit Bundespräsident Christian Wulff. Fotoalbum HIER

Dabei rief Wulff die Christen dazu auf, offen gegenüber anderenReligionen zu sein.

Würden sie keine Offenheit zeigen, könnten sie das auch nicht von muslimischen Gesellschaften verlangen, erklärte der Bundespräsident am zweiten Tag des Protestantentreffens. Ermahnte aber auch eine Modernisierung des Islam an.

Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman A. Mazyek,beklagte beim Kirchentag eine verzerrte Darstellung des Islam in dendeutschen Medien.

Er warb gemeinsam mit dem Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, und dem Berliner Bischof Markus Dröge für einen offenen und gelassenen Umgang mit anderen Religionen.

Beim Kirchentag, zu dem rund 118.000 Dauerteilnehmer angemeldet sind, stehen bis Sonntag mehr als 2.000 Veranstaltungen auf dem Programm.

Am Donnerstagnachmittag feierten 10.000 Gläubigeverschiedener Konfessionen zu Christi Himmelfahrt im Fußballstadioneinen gemeinsamen Gottesdienst.

Für die Ökumene darf es keineSchonzeit geben , forderte dabei der katholische Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Joachim Reinelt.

Die Rolle der Bundeswehr sowie die Ziele und Grenzen militärischer Auslandseinsätze sorgten für hitzige Diskussionen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) übte scharfe Kritik an den Reformplänen von Verteidigungsminister Thomasde Maizière (CDU).

»Wir dürfen die Bundeswehr nicht zum Instrument einer Kanonenbootpolitik in neuer Form machen«, warnte der rheinische Präses unter Anlehnung an einen historischen Begriff aus de rKolonialzeit im 19. Jahrhundert.

»Es ist beunruhigend zu sehen, dass die Bundeswehr Stück für Stück zu einer Einsatzarmee umgebaut wird.«

Am Freitag soll Schneider bei einer Diskussion mit Verteidigungsminister Thomasde Maizière (CDU) zusammentreffen.

De Maizière erklärte am Rande des Kirchentags, dass er am Einsatzin Afghanistan festhält.

»Vor Gewalt darf man nicht weichen. Wenn wir jetzt gingen, würden das Vertrauen und das Selbstvertrauen der Afghanen erst recht erschüttert«, sagte der Minister, der auch dem Präsidium des Kirchentags angehört.

Für eine stärkere Auseinandersetzung mit den Zielen und Grenzen militärischer Einsätze im Ausland sprachen sich auch der Berline rAltbischof Wolfgang Huber, der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms und der evangelische Militärbischof, der Lippische Landessuperintendent Martin Dutzmann, aus.

Der Konflikt in Libyen,aber auch der Tod deutscher Soldaten zeigten die Aktualität und die Notwendigkeit, sich lauter für den Frieden auszusprechen , sagte Huber. epd

Dieser Beitrag wurde am 3.6.2011 um 09.20 Uhr veröffentlicht.

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