Kirchentag in Dresden wird eröffnet
Atom und Bundeswehr Hauptthemen der Debatten

Der deutsche Atomausstieg wird vermutlich eines der beherrschenden Themen auf dem Kirchentag sein. Foto: UK-Archiv
Der deutsche Ausstieg aus der Atomkraft und die internationalen Einsätze der Bundeswehr zeichnen sich vor Beginn des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dresden als beherrschende Themen des Protestantentreffens ab.
Angesichts der aktuellen Beschlüsse in Berlin zur Energiepolitik werde sich auch der Kirchentag intensiv der Frage widmen, wie schnell der Umstieg auf erneuerbare Energien möglich ist, sagte Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt im ZDF.
Auch die Generalsekretärin des Kirchentages, Ellen Ueberschär, sagte im WDR, das Programm sei noch einmal umgestellt worden, um die Themen Atomausstieg und Energiewende aufzugreifen. Neben Diskussionen gebe es unter anderem auch eine Bühne an der Frauenkirche, auf der jedermann seine Meinung sagen könne.
»Speakers corner« an der Frauenkirche
Der ehemalige bayerische Ministerpräsdent Günther Beckstein, der sich als Vizepräses der Synode in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) engagiert, erwartet für den am Abend beginnden Kirchentag intensive Debatten über Auslandseinsätze der Bundeswehr. Gerade mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) werde es »sehr heftige Diskussionen« geben, sagte Beckstein im Deutschlandfunk
Bei dem fünftägigen Protestantentreffen spricht de Maizière am Freitagabend zum Thema »Und sie hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen«.
Der Verteidigungsminister, der dem Präsidium des Kirchentages angehört, nimmt wenige Stunden zuvor in Hannover an der zentralen Trauerfeier für die drei vor wenigen Tagen in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten teil.
Die Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des Bundestages, Göring-Eckardt, sagte, die Organisatoren des Kirchentages hätten auf die Verbreitung des EHEC-Erregers reagiert und die Hygienestandards noch einmal erhöht.
»Alles, was wir tun konnten, haben wir gemacht.« Die Teilnehmer müssten keine Sorgen haben.
Zum evangelischen Kirchentag werden mehr als 110.000 Dauerteilnehmer erwartet. Bis Sonntag stehen über 2.000 Veranstaltungen zu Glaubensfragen und aktuellen politischen Themen auf dem Programm.
Eröffnet wird das Protestantentreffen an der Elbe am Abend mit drei Gottesdiensten unter freiem Himmel.
Bundespräsident Christian Wulff wird ein Grußwort sprechen. Zum anschließenden »Abend der Begegnung« rechnen die Veranstalter mit 300.000 Menschen auf den Straßen und Plätzen der Stadt. epd
Dieser Beitrag wurde am 1.6.2011 um 11.07 Uhr veröffentlicht.
| Umfrage: 56 Prozent für schnellen Atomausstieg |
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Eine klare Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) ist dafür, dass die deutschen Atomkraftwerke sofort oder spätestens in fünf Jahren abgeschaltet werden sollten. Das ergab eine am Dienstag in Hamburg veröffentlichte »Stern«-Umfrage. Demnach wollen zwölf Prozent den Ausstieg sofort, 44 Prozent in maximal fünf Jahren. Direkt nach der Fukushima-Katastrophe waren noch 63 Prozent für einen Ausstieg sofort (elf Prozent) oder nach spätestens fünf Jahren (52 Prozent). Ein Viertel der 1.002 repräsentativ Befragten (25 Prozent) will die AKW noch bis zu 22 Jahre laufen lassen, 16 Prozent halten sie für dauerhaft unverzichtbar. |
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