Einmalzahlung nicht realistisch
Staat müsste Milliarden an Kirchen zahlen

Die staatlichen Zuwendungen an die Kirchen fließen größtenteils in öffentliche Aufgaben - auch den Denkmalschutz. Foto: Georg Matzat
Zur Ablösung der historisch bedingten staatlichen Zahlungen an die Kirchen müsste nach Ansicht des Juristen Christian Heckel vom Staat eine Einmalzahlung in Milliardenhöhe erbracht werden.
Um den Betrag von knapp 460 Millionen Euro an jährlichen Zuwendungen durch Kapitalerträge zu ersetzen, müsste die öffentliche Hand den Kirchen einmalig mindestens das Zwanzigfache zur Verfügung stellen, also mehr als neun Milliarden Euro, sagte der Vorsitzende des Rechtsausschusses der württembergischen Landessynode dem epd.
»Das kann der Staat nicht schultern«, ergänzte Heckel, der Richter am Verwaltungsgerichtshof Mannheim ist.
Die Debatte über die Staatsleistungen hatte der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, ausgelöst. Er hatte zunächst gefordert, angesichts angespannter öffentlicher Finanzen die Zuwendungen des Landes an die Kirche um zehn bis 15 Prozent zurückzufahren.
In der vergangenen Woche brachte der FDP-Politiker eine Einmalzahlung ins Gespräch, um die wiederkehrenden staatlichen Leistungen an die Kirchen zu beenden. Nach dem Grundgesetz setzt eine Beendigung der in den Staatskirchenverträgen und Konkordaten geregelten Zahlungen der Länder entsprechende Grundsätze zur Ablösung auf Bundesebene voraus.
Heckel argumentierte, bei diesen Zuwendungen handele es sich um keine Almosen, sondern um Leistungen, zu denen sich der Staat vertraglich verpflichtet habe. Diese rechtlichen Verpflichtungen resultierten vor allem aus der Enteignung kirchlicher Güter vor rund 200 Jahren.
Der Jurist wies darauf hin, dass die staatlichen Gelder nicht in den Privatnutzen der Kirchen flössen, sondern großteils in öffentliche Aufgaben.
Wenn sich die Kirchen beispielsweise mangels Geld aus der Kindergartenarbeit zurückzögen, müssten die Kommunen einspringen und diese Leistung übernehmen. epd
Dieser Beitrag wurde am 10.8.2010 um 07.30 Uhr veröffentlicht.
| Kommentare lesen |
|---|
| Eigenen Kommentar schreiben |
|---|
| Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können. Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben Melden Sie sich hier kostenlos an |
| Evangelisch in Westfalen und Lippe |
|---|
| Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich). |
|










