Rückendeckung
Rat der EKD steht hinter Käßmann
Die Spitzen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben sich nach der Trunkenheitsfahrt der Ratsvorsitzenden Margot Käßmann hinter die Bischöfin gestellt.
Der Rat der EKD hat der hannoverschen Landesbischöfin am Mittwochmorgen »einmütig« sein Vertrauen ausgesprochen. Auch Synodenpräses Katrin Göring-Eckardt und deren Stellvertreter an der Spitze des Kirchenparlaments, Günther Beckstein, hatten sich hinter Käßmann gestellt.
Wie es in der am Dienstagabend zwischen den 14 Ratsmitgliedern in einer Telefonkonferenz abgestimmten Erklärung heißt, will der Rat auf einer turnusgemäßen Sitzung noch in dieser Woche eine »abschließende Bewertung« vornehmen.
»In ungeteiltem Vertrauen überlässt der Rat seiner Vorsitzenden die Entscheidung über den Weg, der dann gemeinsam eingeschlagen werden soll«, heißt es. Regulär ist eine Tagung des obersten Leitungsgremiums der EKD für Freitag und Samstag im bayerischen Tutzing vorgesehen.
Käßmann war am Samstagabend in Hannover mit 1,54 Promille Alkohol im Blut von Polizisten am Steuer ihres Dienstwagens gestoppt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Der 51-Jährigen drohen ein schriftlicher Strafbefehl, eine Geldstrafe von einem Monatsgehalt und der Entzug des Führerscheins für bis zu ein Jahr.
Käßmann erklärte, sie habe einen schlimmen Fehler begangen. Ihr sei bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer sei: »Den rechtlichen Konsequenzen werde ich mich selbstverständlich stellen.«
Synodenpräses Göring-Eckardt sagte der ARD, sie schätze, wie viele andere auch, Käßmanns Arbeit als Ratsvorsitzende »außerordentlich«. Sie wisse aus persönlichen Gesprächen, dass die Bischöfin von ihrem Fehler selbst am meisten getroffen ist und respektiere, dass sich Käßmann jetzt für eine Weile zurückziehe.
Nach Bekanntwerden der Ermittlungen am Dienstag hatte die Theologin alle weiteren öffentlichen Termine für diese Woche abgesagt.
Göring-Eckardts Stellvertreter Beckstein sagte der ARD, er halte es für »völlig eindeutig«, dass Käßmann im Amt bleiben kann: »Bei uns ist ein Bischof kein Heiliger.«
Käßmann war im Oktober vergangenen Jahres an die Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt worden und repräsentiert in dem Amt 25 Millionen Protestanten. Als hannoversche Landesbischöfin ist sie seit zehn Jahren im Amt.
Kommentar: Margot, bleib!
Blutprobe ergibt sogar 1,54 Promille
Polizei stoppt Bischöfin Käßmann
Dieser Beitrag wurde am 24.2.2010 um 10.03 Uhr veröffentlicht.
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