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Presbyterium und Kirchenvorstand

Protestanten haben ihre Leitungsgremien gewählt

<b>Im lippischen Lemgo</b> hatte die evangelisch-lutherische Gemeinde St. Nicolai die Wahl mit einem großen Gemeindefest verbunden. Die Wahlbeteiligung lag bei 14,5%. 23 Kandidaten standen für 20 Plätze zur Verfügung. Foto: rot

Im lippischen Lemgo hatte die evangelisch-lutherische Gemeinde St. Nicolai die Wahl mit einem großen Gemeindefest verbunden. Die Wahlbeteiligung lag bei 14,5%. 23 Kandidaten standen für 20 Plätze zur Verfügung. Foto: rot

Die evangelischen Christen in der rheinischen, westfälischen und lippischen Landeskirche haben am Sonntag ihre Leitungsgremien neu gewählt.

Zur Wahl aufgerufen waren die Gemeindemitglieder in Nordrhein-Westfalen sowie in Teilen von Reinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen. Die drei Landeskirchen haben zusammen rund 5,4 Millionen Mitglieder. Insgesamt leiten dort derzeit rund 14.450 ehrenamtliche Presbyter und Kirchenvorstände die Gemeinden.

Der Kirchenvorstand, der in Rheinland und Westfalen Presbyterium heißt, entscheidet über Verwaltungs- und Finanzaufgaben, Stellenbesetzungen und Aufnahmen in die Kirche.

Die Amtszeit der Presbyter und Kirchenvorstände beträgt vier Jahre. Wahlberechtigt sind alle Kirchenmitglieder ab 16 Jahren. Im Rheinland und in Lippe dürfen bereits Jugendliche ab 14 Jahren wählen, wenn sie konfirmiert sind. Kandidaten für das Presbyteramt müssen volljährig sein.

In der rund 2,8 Millionen Mitglieder zählenden Evangelischen Kirche im Rheinland, die sich auch auf Teile von Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen erstreckt, wurde nach Schätzungen des Düsseldorfer Landeskirchenamtes etwa in jeder zweiten der 743 Gemeinden das Presbyterium durch Wahl neu bestimmt.

Wenn nicht mehr Kandidaten antreten als Ämter zu vergeben sind, erübrigt sich eine Wahl.

Bei den letzten Presbyteriumswahlen 2008 wurde in 62 Prozent der rheinischen Gemeinden gewählt.

In der Evangelischen Kirche von Westfalen fanden am Sonntag in 127 der 522 Kirchengemeinden Abstimmungen statt.

In den anderen Kirchengemeinden entfällt der Urnengang, weil es dort genauso viele Kandidaten wie Sitze gibt. Im Vergleich zu 2008 ging die Zahl der Gemeinden, in denen der Kirchenvorstand gewählt wird, um mehr als ein Drittel zurück.

In der rund 180.000 Mitglieder zählenden Lippischen Landeskirche wurde nur in fünf von 69 Gemeinden gewählt.

Die gesunkene Bereitschaft, für das ehrenamtliche Leitungsamt zu kandidieren, sei Ausdruck des allgemeinen Trends, dass Menschen angesichts der Arbeitsverdichtung weniger Zeit für ein Ehrenamt hätten, sagte Tobias Treseler, Theologischer Kirchenrat der lippischen Kirche.

Wieder mehr Menschen anzusprechen, die sich mit Zeit und Verständnis in die Gemeindearbeit einbringen wollen, sei ein wichtiges Thema in den kommenden Jahren. epd

Dieser Beitrag wurde am 5.2.2012 um 09.22 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Wieland schrieb am 09.02.2012 09:49:

Alle meckern ständig, dass in zu wenig Gemeinden gewählt würde. Aber ich wäre damals wohl auch nicht Presbyter geworden, wenn ich mich einem "Wahlkampf" hätte stellen sollen. Auch so empfinde ich meine "Wahl" als demokratisch: Immerhin bin ich von anderen vorgeschlagen und aufgestellt worden. Ich fühle mich als vollwertiger, legitimierter Gemeindevertreter.

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