»Kein Verzicht auf Lebensfreude«
Kirchen starten Fasten- und Spendenaktionen
Mit Gottesdiensten haben die Kirchen in Deutschland am Sonntag ihre bundesweiten Fasten- und Spendenaktionen gestartet.
Das katholische Hilfswerks Misereor stellt unter dem Motto »Gottes Schöpfung bewahren - damit alle leben können« die Folgen des Klimawandels für die Armen in den Mittelpunkt. In Nordhorn startete die 17. bundesweite evangelische Hilfsaktion »Hoffnung für Osteuropa«. Die evangelische Kirche eröffnete ihre Fastenaktion »7 Wochen Ohne« in der Münchner Erlöserkirche.
Zur Eröffnung der diesjährigen Misereor-Fastenaktion bezeichnete es der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) als Pflicht, mit der Schöpfung schonend umzugehen. Bewahrung der Schöpfung und Kampf gegen Hunger und Armut gehörten für ihn zusammen.
Politik habe die Aufgabe, Menschenrechte durchzusetzen, Korruption wirksam zu bekämpfen und leistungsfähige Verwaltungen zu entwickeln.
Der Münsteraner Bischof Felix Genn mahnte in seiner Predigt im Dom ein neues gesellschaftlichen Bewusstsein für das Klima und die Schöpfung Gottes an.
Der kollektive Egoismus in den Industriestaaten sei bislang das große Hindernis, an die Auswirkungen des eigenen Handelns in zahlreichen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zu denken. »Wir müssen es wagen, von Verzicht zu sprechen zugunsten der anderen«, rief Bischof Genn auf.
Der Misereor-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer erinnerte daran, dass die Menschen in den Entwicklungsländern sich für den Klimaschutz einbringen, indem sie sich für die Erhaltung der Wälder einsetzten.
Die evangelische Hilfsaktion »Hoffnung für Osteuropa« startete im niedersächsischen Nordhorn. Der Kirchenpräsident der gastgebenden reformierten Kirche, Jann Schmidt, rief in seiner Predigt zur Solidarität mit den Armen in Osteuropa und der bundesdeutschen Gesellschaft auf: »Niemand kann und darf am Sonntag Halleluja singen und in der Woche blind sein für Not und Elend«.
Schmidt kritisierte die mangelnde Unterstützung für die Armen in Deutschland.
Die Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs und Münchner Regionalbischöfin, Susanne Breit-Keßler, sagte in ihrer Predigt, die diesjährige Fastenaktion der evangelischen Kirche unter dem Motto »Näher! 7 Wochen ohne Scheu« ermutige die Menschen, ohne Scheu aufeinander zuzugehen.
Fastenzeit und Lebensfreude schlössen sich nicht aus.
»Es geht nicht um den Verzicht auf Lebensfreude, sondern auf alles, was Freude und Dankbarkeit für das Dasein zerstören könnte: Kleine und große Süchte oder Abhängigkeiten«, sagte Breit-Keßler. epd
Dieser Beitrag wurde am 22.2.2010 um 07.42 Uhr veröffentlicht.
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