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Buß fordert Abkehr von Atomenergie

Kirchen in NRW gedenken der Opfer in Japan

Grafik: Dremorovich

Grafik: Dremorovich

Die evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen haben zu Gebeten für die Opfer des verheerenden Bebens in Japan aufgerufen.

Angesichts des Störfalls in einem Atomkraftwerk mahnten der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider und der westfälische Präses Alfred Buß eindringlich eine Abkehr von der Atomenergie an. Auch bei den bundesweiten Eröffnungsfeiern der Fastenaktion »7 Wochen ohne« in Hamburg und der »Woche der Brüderlichkeit« in Minden wurden der Katastrophenopfer gedacht.

Die Katastrophe zeige »die Zerbrechlichkeit des Lebens«, sagte Schneider im ZDF-Fernsehgottesdienst zum Auftakt der Fastenaktion »7 Wochen ohne« in Hamburg.

Menschen hätten sich angewöhnt, mit Technik umzugehen, die weder einen menschlichen Fehler noch irgendwelche außergewöhnlichen Einflüsse von außen verzeihe, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Doch zur Geschöpflichkeit der Menschen gehöre es, dass sie Fehler machten. Bei einer ökumenischen Passionsandacht am Samstagabend in Düsseldorf mahnte der rheinische Präses zudem eine neue Diskussion um die Nutzung der Atomenergie an.

Nach Einschätzung des westfälischen Präses Buß erinnert die Katastrophe 25 Jahre nach Tschernobyl »auf schreckliche Weise daran, dass die Risiken der Kernenergienutzung nicht beherrschbar« seien.

»Kernenergie ist ein Zeichen menschlicher Verantwortungslosigkeit«, erklärte der leitende Theologe der viertgrößten Landeskirche am Samstag. »Wir können keine Verantwortung für etwas übernehmen, was kein Mensch beherrscht.«

Das Unglück in Japan rufe Entsetzen, Trauer und Solidarität hervor. »Unser Mitgefühl und unsere Gebete gelten den Opfern der Katastrophe«, fügte der leitende Theologe hinzu.

Die evangelische Auslandspfarrerin in Tokio, Elisabeth Hübler-Umemoto, appellierte an die Christen in Deutschland: »Betet bitte weiter für die Menschen hier«, sagte die Auslandspfarrerin der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).

»Wir sind erschüttert von der Unermesslichkeit des Leids, dass über so viele Menschen gekommen ist«, sagte die westfälische Theologin, die bis 1999 Pfarrerin in Herne war. Viele Ortschaften seien von der Kommunikation abgeschnitten, so dass man über den Verbleib vieler Menschen noch gar nichts sagen könne.

Die bundesweite Eröffnungsfeier der »Woche der Brüderlichkeit« am Sonntag in Minden wurde mit einer Gedenkminute an die Opfer in Japan begonnen.

Die Woche, die von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ausgerichtet wird, steht in diesem Jahr unter dem Motto »Aufeinander hören - miteinander leben«. epd

Dieser Beitrag wurde am 14.3.2011 um 12.01 Uhr veröffentlicht.

Die Stellungnahme von Präses Alfred Buß im Wortlaut

Alfred Buß, Präses der Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW),
zur Katastrophe in Ostasien

  • Unser Mitgefühl und unsere Gebete gelten den Opfern der Katastrophe in Ostasien, deren Ausmaß jetzt noch nicht abzusehen ist. Diese Katastrophe führt uns die Wahrheit vor Augen, dass wir auf dieser Erde nicht sicher wohnen.
  • Was wir jetzt schon sehen, ruft Entsetzen, Trauer und Solidarität hervor. Als Christen haben wir eine Hoffnung, die über unsere Welt, über unser Denken und Begreifen hinausweist. Wir vertrauen auf die Zusage Jesu Christi: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“
  • Im Vertrauen auf diese Zusage tragen wir Verantwortung für diese Erde. Kernenergie ist ein Zeichen menschlicher Verantwortungslosigkeit. Wir können keine Verantwortung für etwas übernehmen, was kein Mensch beherrscht.
  • Nun werden wir fast 25 Jahre nach Tschernobyl auf schreckliche Weise daran erinnert, dass die Risiken der Kernenergienutzung nicht beherrschbar sind. Das Unglück von Fukushima führt uns die katastrophale Überheblichkeit vor Augen, die menschliche Selbstüberschätzung, die davon ausging, das tödliche Risiko könne kontrolliert werden.

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